Österreich: Verwirrung um Zusammenkunftsverordnung

Bundesministerien stellen klar, dass der öffentliche Verkehr und damit auch die Luftfahrt ausgenommen ist.

Foto: Jan Gruber.

Per Verordnung untersagt die Republik Österreich sämtliche „Indoor-Zusammenkünfte“ mit mehr als 100 Menschen. Was eigentlich „Indoor“ im Sinne des Gesetzgebers bedeuten kann oder eben auch nicht, sorgte bereits bei Bediensteten in der Luftfahrt für Fragen. Bedeutet das, dass in einem Airbus A320 mit 180 Sitzplätzen nur noch 100 Personen (inklusive Crew) befördert werden dürfen oder wenn sich im Bereich der Personen-Sicherheitskontrollen mehr als 100 Menschen (inklusive Personal) aufhalten, dass dann der Flughafen geschlossen werden muss? Oder dürfen Züge nur noch mit maximal 100 Personen (inklusive Zugbegleiter und Lokführer) besetzt werden?

"Nein", sagen sowohl das österreichische Gesundheits- als auch das Mobilitätsministerium. Konkret unterbunden werden Zusammenkünfte, bei denen Menschen nicht reinzufällig aufeinandertreffen, sondern gezielt und bewusst. Vereinfacht gesagt: Konzerte, Tagungen, Feiern und vergleichbare Events, an denen mehr als 100 Menschen in geschlossenen Räumen teilnehmen werden, dürfen nicht durchgeführt werden.

Eine Sprecherin von Gesundheitsminister Rudolf Anschober führte gegenüber AviationNetOnline wie folgt aus: „Ausgenommen sind Veranstaltungen, die für unsere Gesellschaft eine wichtige Grundlage darstellen. Konkret ausgenommen (und damit nicht untersagt) sind auch größere Zusammenkünfte von Menschen bei Sitzungen des Landtags, des Gemeinderats, der Bezirksvertretung oder im Rahmen der öffentlichen Verwaltung, von Polizei, Rettung, Feuerwehr und Bundesheer, in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (z.B. Krankenhausambulanzen), zur Versorgung der Grundbedürfnisse des täglichen Lebens (d.h. z.B.: in Supermärkten, Einkaufszentren, Restaurants, auf Märkten), im Rahmen der regulären Arbeitstätigkeit in Unternehmen und bei Betriebsversammlungen sowie  im öffentlichen Personenverkehr (und den dazugehörigen Bahnhöfen etc.)“ 

Eine Sprecherin von Mobilitätsministerin Leonore Gewessler fügte hinzu: „Wir verweisen einerseits auf die dazugehörigen aktuellen Erlässe aus den entsprechenden Ministerien und andererseits darauf, dass es generell darum geht – wie bereits gestern seitens Gesundheitsministerium kommuniziert -, die sozialen Kontakte einzuschränken, um eine Verbreitung einzudämmen. Die Bevölkerung wird daher ersucht, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Es sollen nur jene direkten Kontakte gepflegt werden, die unbedingt notwendig sind. Daraus ergibt sich auch, dass etwa eine Zusammenkunft bei einer Veranstaltung nicht unbedingt notwendig ist. Eine Fahrt mit Verkehrsmitteln hält hingegen die Gesellschaft am Laufen – Schulwege, Arbeitswege, Einkaufswege etc. werden daher nicht eingeschränkt.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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