Österreich untersagt Flüge nach Norditalien, Korea und in den Iran

Bundesregierung will am Samstag über Unterstützungsmaßnahmen für Austrian Airlines informieren.

Boeing 767-300ER (Foto: Martin Metzenbauer).

Die österreichische Bundesregierung greift angesichts des Coronavirus nun aktiv in den den Flugverkehr ein und untersagt für zwei Wochen Nonstopflüge in den Iran, nach Südkorea sowie nach Bologna und zu den Mailänder Flughäfen. Dies teilten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Freitagabend mit.

Die Regelung soll nach Erklärung der Regierungsmitglieder sofort in Kraft treten. Betroffen sind die Fluggesellschaften Iran Air (Teheran), Wizzair (Malpensa), Lauda (Bergamo, Bologna), Austrian Airlines (Malpensa, Bologna), Korean Air (Seoul) sowie Asiana Airlines (Seoul, Carrier bietet derzeit nur Cargo-Verbindungen nach Wien an). Offen blieb allerdings die Frage, ob Maschinen, die sich beispielsweise derzeit auf dem Weg von Wien nach Malpensa befinden, noch mit Passagieren zurückkehren dürfen oder ferry fliegen müssen.

In Österreich wird es nun auch zu verschärften Einreisebestimmungen kommen. Diese betreffen Personen, die in Teilen von China, Südkorea und im Iran waren. Nach Erklärung des Gesundheitsministers müssen diese ein ärztliches Attest vorlegen, das bescheinigt, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Auch soll es an allen Grenzübergängen zu stichprobenartigen Gesundheitskontrollen, bei denen beispielsweise die Körpertemperatur gemessen wird, kommen. Ziel ist es, dass die Anzahl der Grenzgänge stark reduziert werden. Bemerkenswerterweise war keine Rede davon, dass Personen, die sich in den Corona-Hotspotgebieten in Italien aufgehalten haben, ein Attest vorlegen müssten. Nach Aussage der Regierung soll dies derzeit nur China, Südkorea und den Iran betreffen.

Die Bundesregierung will sich am Samstagvormittag auch zur aktuellen Lange der Austrian Airlines äußern. Das Unternehmen brachte beim Arbeitsmarktservice einen Antrag auf Kurzarbeit ein. Betroffen sind bis zu 7.000 Mitarbeiter. Arbeitsministerin Christina Aschbacher und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wollen über den aktuellen Stand der Dinge informieren und „Unterstützungsmaßnahmen zur Absicherung der Arbeitsplätze und des Wirtschaftsstandortes“ erklären. Die Frage, ob Austrian Airlines einen staatlichen Kredit beantragt hat, wurde von einer Regierungssprecherin unter Verweis auf die Pressekonferenz nicht beantwortet.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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