Österreich: IATA fordert Abschaffung der Ticketsteuer

14.000 zusätzliche Arbeitsplätze könnten bis 2037 entstehen.

Flughafen Graz (Foto: René Steuer).

Der Weltluftfahrtverband IATA fordert auf Grundlage einer Analyse die vollständige Abschaffung der österreichischen Flugticketabgabe. Die im Vorjahr durchgeführte Reduktion wäre ein erster positiver Schritt gewesen, der laut einer von PwC im Auftrag von Airlines4Europe durchgeführten Studie das Bruttoinlandsprodukt um 320 Millionen Euro gestärkt hätte.

Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der österreichischen Luftfahrtbranche könnte laut IATA dazu führen, dass bis 2037 rund 14.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen könnten. Weiters wäre es möglich, dass ein zusätzliches BIP in der Höhe von rund vier Milliarden Euro erwirtschaftet werden kann. Hierzu müsste allerdings, so die IATA, die umstrittene österreichische Ticketsteuer abgeschafft werden. Auch fordert die IATA, dass die Kosten für die Nutzung von Flughäfen und Flugsicherungsdiensten gesenkt und damit so günstig wie möglich gehalten werden. Auch mahnt die IATA notwendige Modernisierungen im Bereich der ATC ein.

Zusätzlich könnte Österreich durch die Einführung neuer Technologien und Verfahren, die im Einklang mit den jeweiligen EU-Vorschriften stehen müssen, weiter profitieren. In erster Linie würden dadurch die Prozesse bei Passagier- und Frachtflügen erleichtert und damit auch kostengünstiger gemacht werden.

Derzeit beschäftigt die österreichische Luftverkehrsbrande rund 95.000 Menschen und erwirtschaftet mit rund 7,6 Milliarden Euro pro Jahr rund 2,1 Prozent des gesamten BIPs. Die IATA warnt davor, dass bei Nichtverbesserung der Rahmenbedingungen nicht 14.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen könnten, sondern 8.000 Jobs verloren gehen könnten. Hinsichtlich der laufenden Klimaschutzdebatte verweist der Weltluftfahrtverband darauf, dass der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bis 2050 auf das halbe Niveau des Jahres 2005 gesenkt werden soll. Auch wäre es gelungen die Emissionen pro Fluggast seit dem Jahr 1990 zu halbieren.

„Eine Agenda für die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrt kann in Österreich spannende wirtschaftliche und ökologische Fortschritte bringen. Wenn die Regierung beendet, was sie begonnen hat, und die Luftverkehrsabgabe aufhebt, wird dies die Wirtschaft ankurbeln. Und wenn dies mit einer strategischen Unterstützung für nachhaltige Flugkraftstoffe einhergeht, können die CO2-Emissionen schneller gesenkt werden “, sagte Rafael Schvartzman, Regional Vice President für Europa der IATA.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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