Österreich: Business Aviation wünscht sich Luftfahrtstrategie

Die Austrian Business Aviation Association (ABAA) forderte die nationalen Gesetzgebungs- und Regulierungsbehörden auf, einen konstruktiven Dialog mit der Geschäftsluftfahrtindustrie aufzunehmen.

Die Geschäftsluftfahrt nimmt in Österreich einen hohen Stellenwert ein (Foto: Martin Metzenbauer).

Im Rahmen einer Konferenz mit dem Titel "Österreichische Wettbewerbsfähigkeit: Welche Rolle spielt die Geschäftsluftfahrt", die am Donnerstag im Palais Coburg in Wien stattfand, wurde der Beitrag der Business Aviation für die österreichische Wirtschaft hervorgehoben: So würde diese 2,95 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung bringen und 12.400 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.

Um die weitere Entwicklung der Branche zu erleichtern, fordern die Branchenvertreter von der österreichischen Regierung eine umfassende Luftfahrtstrategie. So hätten eine "schwerfällige Bürokratie und überhöhte Kosten" für die Flugzeug-Registrierung in Österreich zwischen 2008 und 2018 zu einem starken Rückgang der Geschäftsflugzeug-Zulassungen geführt. Um den Bedürfnissen der Industrie stärker gerecht zu werden, empfiehlt die ABAA angepasste Registrierungsprozesse von Geschäftsflugzeugen, einen Phase-in/Phase-out Prozess, sowie den Betriebsausbau in Österreich.

Darüber hinaus würden Regelungen den Betrieb von Fluggesellschaften und der Geschäftsluftfahrt so behandeln, als ob sie ein und dasselbe wären. Die österreichischen Rechtsvorschriften erkennen derzeit keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem Betrieb und der Abwicklung von Geschäfts- und Linienflugzeugen. Auch das solle laut ABAA geändert werden.

Konstantin Essler, Vorsitzender der ABAA, erklärte: "Österreich kann zum attraktiven europäischen Standort für Geschäftsluftfahrt werden. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten, einschließlich der politischen Entscheidungsträger, eng zusammenarbeiten und in einen konstruktiven Dialog treten." Andreas Ottenschläger, Abgeordneter zum Nationalrat (ÖVP) im Verkehrskomitee, macht der Branche diesbezüglich Hoffnungen: "Politik und Privatwirtschaft müssen partnerschaftlich zusammenarbeiten, um Österreich als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort weiter zu entwickeln."

Die Austrian Business Aviation Association (ABAA) wurde als Anlaufstelle für österreichische Behörden, Regierungsstellen und entsprechende Institutionen zur Regulierung der Luftfahrtindustrie gegründet. Seit 2019 vertritt die ABAA Interessen von über 30 Mitgliedern, darunter Flugzeugunternehmer & -betreiber, Befrachtungsmakler, Bodentransportbetreiber, Versicherungs- und Leasinggesellschaften, die sich darauf verlassen, dass ihre Stimmen in Gesetzgebungs- und Entscheidungsprozessen gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Organisation ist Mitglied der European Business Aviation Association (EBAA) und des Council of European Business Aviation Associations (CEBAA).

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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