Österreich beauftragt Lauda mit Rückholer-Flügen

Gemeinsam mit dem Mitbewerber Austrian Airlines wird die größte Rückholaktion in der Geschichte der Zweiten Republik durchgeführt.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Republik Österreich wird die größte Rückholaktion durchführen, die es in der Geschichte der Zweiten Republik gegeben hat. Rund 47.000 Einwohner sollen sich derzeit in rund 100 Ländern befinden. In Zusammenarbeit mit Lauda und Austrian Airlines wird das Außenministerium nach Angaben von Minister Alexander Schallenberg diese nach Hause holen.

Da das Vorhaben äußerst komplex ist, wird auch ein Hub-System in Zusammenarbeit mit den anderen EU-Staaten angedacht. Auch sagte Schallenberg explizit zu, dass auch andere EU-Bürger auf den Rückholer-Flügen nach Österreich und damit in die EU mitgenommen werden. Für die Durchführung der Rückholaktion, die vom Außenministerium Österreichs koordiniert wird, werden die Maschinen der heimischen Carrier Lauda und Austrian Airlines herangezogen. Die Ryanair-Tochter überstellte dazu nahezu alle Maschinen zum Wiener Flughafen und wird diese im Auftrag der Republik Österreich für die Rückholaktion einsetzen.

Schallenberg kündigte an, dass am Mittwoch zwei Maschinen Urlauber in Teneriffa abholen werden. Je eine weitere wird nach Las Palmas und Hurghada eingesetzt. Ende der Woche sollen Österreicher aus Mauritius, den Malediven und Kapstadt ausgeflogen werden. Es wird gemeinsam mit den Fluggesellschaften Austrian Airlines und Lauda eine Art Flugplan erstellt, um die Österreicher nach Hause zu bringen. Dieser soll über alle Kanäle kommuniziert und täglich ergänzt und erweitert werden. Der Minister appelliert an Betroffene, dass diese sich gedulden sollen, wenn sie ihren aktuellen Aufenthaltsort noch nicht im Flugplan finden. Dieser wird täglich, auch in Kooperation mit den anderen EU-Staaten, erweitert.

Schallenberg richtet einen großen Dank an das Bundesheer, Austrian Airlines und Lauda für ihre Mithilfe bei der Rückholaktion. Es handle sich um die größte Rückholaktion, die es in der Geschichte der Zweiten Republik gegeben hat. Zunächst werden jene Destinationen, an denen die meisten Touristen sind und es gleichzeitig keine Flugverbindungen nach Österreich mehr gibt, „abgearbeitet“. Schritt für Schritt will Schallenberg sämtlichen Österreichern, die nach Hause wollen, die Heimreise ermöglichen. Er wies aber auch darauf hin, dass es Orte gibt, die von Österreich aus bislang nicht oder gar noch nie nonstop angeflogen werden/wurden. Neuseeland nannte er als ein solches Beispiel. Diese Rückholungen werden sich komplex gestalten und hierbei könnte in Kooperation mit den EU-Partnern dann auch das Hub-Modell zur Anwendung kommen. Generell stehe man noch ganz am Anfang der Aktion.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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