Niki Lauda über Air Berlin und Emirates

Nach Verkauf an Air Berlin wolle man weitere "Synergien nützen" - Keine Sparmaßnahmen beim Personal

Foto: André Zehetbauer

Die Technik nennt Niki Lauda als einen der Bereiche, wo die Fluggesellschaft Air Berlin nach der Übernahme von NIKI sparen könnte. „Wir wollen so viele Synergien wie möglich nutzen“, sagte der Gründer der Niki Luftfahrt GmbH, Niki Lauda am Donnerstag am Rande eines Themenabends der Austrian Business Travel Association zu Austrian Aviation Net.

Fünf Millionen müsse Niki im Rahmen des Air Berlin-Sparprogramms einsparen. Vergangene Woche hatte der Air Berlin-Chef Hartmut Mehdorn noch von sieben bis acht Millionen gesprochen. „Wir haben nachgerechnet, fünf Millionen sind in ‚Shape and Size‘ vorgesehen“, so Lauda. Die beiden Airlines haben derzeit zwei getrennte Technikbetriebe, da könnte man einsparen, meinte Lauda. Einsparungen beim Personal schloss er aus. Zum Catering sagte er: „Die paar Cents, die ein Schwarzbrot mit Schnittlauch mehr kostet, sind sie wert.“

Von den 200 Millionen Euro, die die Air Berlin, nächstes Jahr einsparen will, werde sie bei der österreichischen Tochtergesellschaft nur einen Bruchteil davon finden. „Wenn man positiv ist, gibt es wenig Sparpotenzial“, erklärte Lauda, der für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von zehn bis zwölf Millionen erwartet.

Den Gästen des abta-Themenabends erzählte er, wie er Niki in den letzten Jahren aufgebaut hatte. Dabei nannte er die Sky Europe-Pleite und die AUA-Übernahme durch die Lufthansa ausschlaggebend für den Erfolg von Niki. Man sei nur durch den eigenen Cash Flow gewachsen. Air Berlin hingegen sei in den letzten Jahren zu schnell gewachsen. „Die konnten nie Fett aufbauen“, sagte Lauda.

Im Gegensatz zu Air Berlin gehören NIKI 17 der 21 Flugzeuge selber und sind nicht geleast. Die Flieger seien aus eigenem Geld finanziert worden. Die Flotte sei jährlich langsam gewachsen. Nach dem Aus von Sky Europe und dem AUA-Verkauf habe NIKI die Gunst der Stunde genutzt und mit sieben neuen Flugzeugen Strecken übernommen.

Die Luftverkehrsabgabe in Deutschland und Österreich treffe Air Berlin stärker. "NIKI kostet das acht Millionen Euro". Gestern hatte der Finanzchef, Ulf Hüttmeyer, der deutschen Air Berlin gefordert, die Ticketsteuer abzusetzen.

NIKI werde in zwei Jahren von oneworld profitieren, so Lauda. Dass wegen des Allianzbeitrittes neue Langstreckenverbindungen nach Wien aufgenommen werden, schließt er aus. Im Moment stellt die Air Berlin Group die Buchungssysteme auf Amadeus um. Man harmonisiere den Vertrieb mit oneworld.

Der Formel1-Weltmeister und Airliner Lauda kritisierte gestern Abend auch den zunehmenden Gebührendschungel. Der Preis solle so transparent wie möglich sein. "Jetzt kommt aber auch die Lufthansa auf solche Ideen" und daher müsse laut Lauda auch Air Berlin über eine Kreditkartengebühr nachdenken.

Lauda erzählte bei dem Themenabend für Geschäftsreisende auch von einem Besuch in Dubai. Im Emirates-Headquarter habe Thierry Antinori jetzt ein Büro, so groß wie eine Aiport-Eingangshalle. "Der hat das nicht schlecht gemacht", zollte Lauda Respekt. der Lufthansa-Vorstand Antinori hätte CEO der Austrian Airlines werden sollen, erst wenige Tage vor dem Jobantritt in Wien sagte er ab und wechselte ein halbes Jahre später zum Erzfeind Emirates. Dass das Verkehrsministerium die Emirates-Landerechte in Wien verlängert hat, begrüßte Lauda. Es habe einen Umdenkprozess in Österreich gegeben. "Die Flugrechte gehören nicht der AUA, sondern dem Staat." Das fördere den Wettbewerb.

In den Air Berlin-Verwaltungsrat will Lauda seine Niki-Philosophie einbringen. Seine erste Sitzung ist am 7. Dezember. Air Berlin und Niki Lauda hatten in der Woche bekanntgegeben, dass Air Berlin die Anteile der Lauda Privatstiftung an Niki Luftfahrt GmbH übernimmt und Lauda in den Verwaltungsrat wechselt.

Autor: Roman Payer
Das ist der Kurztext zu Roman Payer.

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