Niki Lauda ist tot

Der ehemalige Flugunternehmer und Autorennfahrer ist am Montag verstorben.

Niki Lauda (Foto: Jan Gruber).

Er war unbestritten eine der für die österreichische Luftfahrt prägendsten Persönlichkeiten: Am Montag ist Niki Lauda im Kreise seiner Familie verstorben, wie eine Reihe von Medien unter Berufung auf die APA meldeten. Der dreifache Formel-1-Weltmeister ist 70 Jahre alt geworden.

Seine Karriere in der Luftfahrt hat für Lauda in den 1970er Jahren begonnen: Nachdem er zuerst selbst die Pilotenlizenz erlangt hat, gründete er 1979 Lauda Air. Mit den zwei eingesetzten Fokker F-27 gelang es allerdings nicht, einen nachhaltig profitablen Flugverkehr aufzuziehen - die Turboprops wurden 1983 nach Ägypten verleast und der Flugbetrieb (vorübergehend) eingestellt.

Zwei Jahre später ist Lauda Air allerdings mit zwei BAC 1-11 wieder an den Start gegangen: In Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter Itas wurden zuerst hauptsächlich Ferienziele angeflogen. Ab 1985 setzte Lauda Air dann die Boeing 737 ein. Im Jahr 1989 folgte der erste Widebody des Typs Boeing 767, mit dem nun auch Langstreckendestinationen angesteuert werden konnten. In den 1980er Jahren begann Lauda auch die lange dauernde Kooperation mit Attila Dogudan - nicht zuletzt erfreute sich die Airline aufgrund des Do&Co-Caterings großer Beliebtheit.

Mit seinem größten Schicksalsschlag musste Niki Lauda 1991 fertig werden: Am 26. Mai ereignete sich mit dem Absturz der Lauda Air Boeing 767 "Mozart" über Thailand das schwerste Flugzeugunglück der österreichischen Luftfahrt - 223 Menschen verloren damals ihr Leben. Niki Lauda bezeichnete den Absturz später als das "schlimmste Ereignis meines Lebens".

Für Lauda Air ging es danach trotzdem weiter: Ab 1992 kooperierte das Flugunternehmen mit Lufthansa, später mit Austrian Airlines. Von letzterer wurde das Unternehmen dann ab 1997 schrittweise komplett übernommen - Niki Lauda zog sich ab 2002 komplett zurück. Als Marke bestand "Lauda Air" noch bis 2013.

Niki Lauda blieb der Luftfahrt allerdings weiterhin treu: Ende 2003 übernahm er den österreichischen Aero Lloyd Ableger und gründete seine neue Airline namens Niki. Diese wurde dann ab 2004 schrittweise über eine Stiftungskonstruktion von Air Berlin übernommen - Ende 2011 zog sich Niki Lauda aus der Geschäftsführung der Fluglinie zurück. Mit dem Konkurs von Air Berlin im Jahr 2017 folgte auch das Ende von Niki - aus der Konkursmasse der Niki heraus wurde dann 2018 wiederum von Niki Lauda die Airline Laudamotion gegründet und mittlerweile komplett von Ryanair übernommen. Die Flugzeuge des Unternehmens fliegen mittlerweile unter der Marke "Lauda" weiter.

Niki Lauda war seit Jahren gesundheitlich schwer angeschlagen und musste sich zwei Nieren- sowie 2018 auch einer Lungentransplantation unterziehen. Bereits seit Monaten hat sich Lauda aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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