Neuerlicher Triebwerksvorfall mit Swiss-A220

Maschine musste am Weg auf Heathrow-Genf in Paris-CDG außerplanmäßig landen.

A220 (Foto: Jan Gruber).

Am Dienstagvormittag kam es auf Swiss-Flug LX359 von Heathrow nach Genf neuerlich zu Triebwerksproblemen. Die Piloten des Airbus A220 entschieden sich für eine Sicherheitslandung auf dem Flughafen Paris-Charles der Gaulle. Die genaue Ursache steht freilich noch nicht fest, doch deutet einiges darauf hin, dass sich die bisherigen Vorfälle nun zum dritten Mal wiederholt haben könnten.

Swiss bestätigte, dass der Airbus A220 außerplanmäßig in der französischen Hauptstadt aufgrund von Triebwerksproblemen landen musste. "Was der genaue Grund dafür ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Für die Fluggäste sowie die Besatzungsmitglieder hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. Die Landung am Flughafen Charles de Gaulle ist völlig ereignislos erfolgt. Wir werden in einem nächsten Schritt entscheiden, wie wir die Fluggäste weiterbefördern", erklärt ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Unbestätigten Gerüchten nach soll Swiss derzeit das Grounding der A220-Teilflotte prüfen. Der Sprecher wollte dies so nicht bestätigen und sagte: "Darüber hinaus kann ich Ihnen weiter bestätigen, dass die entsprechende Flotte nicht stillgelegt ist, eine bestimmte Anzahl an Flügen von Genf und Zürich jedoch verspätet sind." Man wollte proaktiv informieren, falls sich in den nächsten Stunden etwas ändern sollte.

Das Portal Aerotelgraph.com berichtet unter Berufung auf ein Mitarbeiteranschreiben, dass bei Swiss ein Notfallgremium eingerichtet wurde, das nun entscheiden soll, ob ein sicherer Flugbetrieb mit dem Muster A220 gewährleistet werden kann. Das Medium zitiert weiters aus dem Intranet des Carriers: "Der Vorfall lief in einem ähnlichen Muster ab wie die vorhergehenden Fälle. Während des Steigflugs gab es einen hörbaren Triebwerksdefekt, worauf das Triebwerk gemäss Checklist ausgeschaltet wurde." Es handelt sich bereits um den dritten Vorfall innerhalb von drei Monaten. Hierbei ist jeweils ein Triebwerk während dem Flug ausgefallen. Erst am 26. September 2019 gab die U.S.-amerikanische FAA eine Lufttüchtigkeitsanweisung heraus, die besagt, dass die PW-Triebwerke auf austretenden Öl überprüft werden muss. Betroffen sind Maschinen der Typen A220 und Embraer E2, da baugleiche Triebwerke verwendet werden. In weiterer Folge könnte es bei den Swiss-Vorfällen bereits zu Uncontained Engine Failure gekommen sein. Dies will die französische Flugunfallbehörde nun genau wissen und begibt sich auf die Suche nach den verlorenen Teilen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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