Neueinstellungen: Lauda wendet Kollektivvertrag nicht mehr an

Durchschnittlicher Erlös pro Ticket liegt 15 Euro unter den Planungen.

Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).

Die österreichische Ryanair-Tochter Lauda bittet ihre Mitarbeiter ab 1. April 2020 für die Nutzung der Parkplätze am Flughafen Wien, Ausstellung von ID-Karten, Medical-Checks und Ersatzuniformen zur Kasse. Allerdings sollen die Beschäftigten hierfür eine jährliche Sonderzahlung in der Höhe von 360 Euro erhalten. Dieses Geld steht den Mitarbeiter zur freien Verwendung, jedoch müssen die oben genannten Punkte künftig selbst bezahlt werden, geht aus einem internen Rundschreiben von Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber hervor. Auch wurden die Mitarbeiter-Anteile der Parkplätze an den Flughäfen erhöht.

Sämtliche Neueinstellungen, die seit Jänner 2020 vorgenommen werden, kommen nicht mehr in den Genuss des Lauda-Kollektivvertrags. Die Anstellung erfolgt für Neueintritte seit einigen Wochen über die österreichische Zweigniederlassung der Leiharbeitsfirma Crewlink Ireland Ltd. Andreas Gruber betont allerdings in einem internen Rundschreiben, dass es dadurch zu keinen Gehaltseinbußen kommen soll. Sollte Lauda profitabel werden, so wäre das Unternehmen in der Lage Erhöhungen der Löhne des fliegenden Personals vorzunehmen. Jene Mitarbeiter, die vor Jänner 2020 eingestellt wurden, sollen weiterhin im Rahmen des Lauda-KVs beschäftigt werden.

Momentan schreibt Lauda pro Woche zwei Millionen Euro Verlust. Der durchschnittliche Yield pro Ticket soll um 15 Euro pro Passagier unter den Planungen liegen. Man befinde sich in Österreich und Deutschland in einem harten Preiskampf. Derzeit wird der Verlust in der Höhe von rund 90 Millionen Euro (im laufenden Geschäftsjahr) vollständig durch die Muttergesellschaft abgedeckt, jedoch soll dies kein Dauerzustand sein, so der Lauda-Geschäftsführer im vorliegenden Rundschreiben. Im Sommerflugplan 2020 will Lauda mit insgesamt 38 Flugzeugen ab den Bases Wien, Düsseldorf, Stuttgart, Palma de Mallorca und Zadar tätig sein.

Autor: Jan Gruber

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