Neue Ticketsteuer: "Fliegen wird ein Privileg der Reichen"

Die Sprecher von Wizzair und Austrian Airlines sehen das Regierungsprogramm kritisch - können ihm aber auch positive Seiten abgewinnen.

Airbus A321 von Wizzair (Foto: Thomas Ramgraber).

Die von der neuen österreichischen Bundesregierung geplante neue Flugabgabe (AviationNetOnline berichtete) mit einer Erhöhung der Steuer bei Kurz- und Mittelstreckenflügen und einer Senkung für Langstreckenverbindungen hat bei den Airlines erwartungsgemäß keine Euphorie ausgelöst. So erklärte Peter Thier, Sprecher von Austrian Airlines: "Eine Flugabgabe von 12 Euro über alle Distanzen bedeutet eine deutliche Mehrbelastung für den Luftverkehrsstandort Österreich. Das sehen wir naturgemäß kritisch. Aber das Prinzip, kurze Flüge höher zu besteuern als lange, ist richtig, da kurze Flüge leichter mit anderen Verkehrsmitteln ersetzt werden können. Langstreckenflüge sind hingegen alternativlos."

Die Folge der laut Regierungsprogramm in weiten Teilen erhöhten Steuer ist laut Peter Thier gerade für die Fluggäste unangenehm: "In Summe bedeutet dieser Programmpunkt die Verteuerung von Flügen in Österreich." Ähnlich sieht dies Andras Rado, Sprecher des in Wien präsenten Low Cost Carriers Wizzair: "Die geplante Steuer erhöht die Reisekosten ohne Nutzen - und macht Reisen dadurch für die Menschen weniger verfügbar: Fliegen wird ein Privileg der Reichen - so wie es früher war", so Rado gegenüber AviationNetOnline.

AUA-Sprecher Peter Thier kann den Luftfahrtplänen der künftigen österreichischen Regierung auch positive Seiten abgewinnen: "Im Regierungsprogramm sind die Stärkung der Anbindung des Flughafens, die Evaluierung der österreichischen Flugsicherung im Hinblick auf Effizienz und Kostenoptimierung sowie die endliche Umsetzung von Single European Sky zur CO2-Reduktion erwähnt. Das begrüßen wir ausdrücklich!"

Und auch sein Kollege Andres Rados von Wizzair findet zumindest einen Punkt gut: Eine Besteuerung von Kerosin auf europäischer Ebene - wie sie im Regierungsprogramm erwähnt wird - wäre eine deutlich gerechterer Weg, Signale hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks der Verkehrsluftfahrt zu senden: "Dies würde effiziente Airlines belohnen und ineffiziente bestrafen", so Rado. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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