Neue Langstreckenpläne von Lufthansa werden konkreter

Kreise: Weniger Jets in "Ocean" vorgesehen

Foto: Jan Gruber

Lufthansa geht offenbar mit weniger Flugzeugen auf die neue touristische Langstrecke, als bislang geplant. Nach AviationNetOnline-Informationen sollen jeweils vier Langstreckenjets aus Düsseldorf sowie Frankfurt und drei aus München heraus betreiben werden. Macht zusammen elf; bisher war mit 14 Flugzeugen geplant worden.

Intern wird die Differenz von drei Flugzeugen mit tariflichen Hürden erklärt. Sollte konkret Lufthansa Cityline nicht der Betrieb sein, der die neue Langstrecke bedient, sei mit elf Flugzeugen zu rechnen, so ein Insider. Ansonsten kommen auch die drei Jets, die Cityline bislang im Interkontinental-Verkehr für die Mutter betreibt, mit in den Topf.

SunExpress aus dem Rennen
Ob Cityline in dem neuen Geschäftszweig zum Zug kommt, ist jedoch weiter offen. Neuen Informationen zufolge soll bis 2022 das intern unter dem Namen "Ocean" laufende Projekt auf ein AOC konzentriert werden. Dafür sind bislang mehrere Optionen im Gespräch: Neben Cityline könnte auch Brussels Airlines die Langstreckenoperation übernehmen - oder der Konzern gründet ein ganz neues AOC. Ausgeschieden aus dem Rennen ist aber offenbar SunExpress Deutschland.

Dies hat zwei Gründe. Zum einen wird die Airline in der Öffentlichkeit nach wie vor mit dem großen Verspätungschaos in Verbindung gebracht, das Eurowings 2015 beim Start der Langstrecke ab Köln/Bonn hatte. Zum anderen ist SunExpress ein Joint-Venture von Lufthansa sowie Turkish Airlines und auch im deutschen Arm der Airline der Einfluss der Türken gesetzlich geregelt. "Bei einem Zuschlag für SunExpress Deutschland wäre ein Einwirken türkischer Manager auf ein Langstreckenprodukt der Lufthansa vorprogrammiert. Das will der Konzern verhindern."

Daneben sind die Hoffnungen von Germanwings, ausführender Betrieb des "Ocean"-Produkts zu werden, offenbar gestiegen. Denn die Airline beheimatet noch viele Piloten, die eine Wechseloption zur Lufthansa-Mutter in ihren Verträgen haben. Sprich, Germanwings kann wohl nicht so schnell wie möglich in Eurowings integriert werden, ohne dass ein finanziell umkalkulierbares Risiko eingepreist werden muss.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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