Millionenforderung: Lufthansa vergleicht sich mit UFO-Funktionären

Im Herbst forderte Lufthansa fast 800.000 Euro von UFO und einigen ihrer Funktionäre. Nun gibt es erst Vergleiche.

A320neo (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Forderungen der Lufthansa an die Flugbegleitergewerkschaft UFO werden geringer. So einigte sich der Konzern mit Ex-Chef Nicoley Baublies auf einen Vergleich knapp sieben Prozent der ursprünglichen Forderung (rund 230.000 Euro). Auch zwischen dem Kranich und dem jetzigen stellvertretenden UFO-Vorsitzenden Daniel Flohr soll laut Gewerkschaft zeitnah ein Vergleich abgeschlossen werden. Die genaue Höhe ist nicht bekannt. Im Umfeld der UFO heißt es, dass es um eine ähnliche Größenordnung gehe wie bei Baublies. 

Lufthansa hatte im vergangenen Herbst eine Rechnung über knapp 800.000 Euro an UFO und einzelne Gewerkschafter geschickt. Damit machte sie angeblich zu viel bezahlten Lohn geltend, da Freistellungstage der Gewerkschafter nicht ordnungsgemäß abgerechnet waren. 

Kommende Prozesskosten wären höher gewesen 

Als Schuldeingestandnis wollen Baublies und Flohr den Vergleich aber nicht verstanden wissen: "Uns war wichtig das Thema insgesamt ein für alle Mal zu klären und zu zeigen, dass wir uns nichts haben zu Schulden kommen lassen." Bei einem Urteil hätte auch im Erfolgsfall, immer noch die zweite Instanz gedroht. "Damit wären weitere Unsicherheit über Monate hinweg und hohe Kosten verbunden gewesen." 

Die Summe der jetzigen Einigung sei "nur ein symbolischer Betrag, weil bereits die Anwalts- und Gerichtskosten für eine zweite Instanz über dieser jetzt im Vergleich vereinbarten Summe gelegen hätten". Lufthansa teilt auf Anfrage mit: "Nach Abwägung unserer Position wollten wir endgültig Klarheit in dieser Sache schaffen und das offene Verfahren auch im Sinne unseres Mitarbeiters final befrieden."

Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und UFO hat es seit dem Herbst unter anderem mit dem Verweis auf eben jene offenen Forderungen nicht gegeben. Eine vom Konzern eingesetzte interne Kommission kam im März laut Medienberichten zu dem Schluss, dass allerdings kein strafrechtlich relevantes Verhalten von UFO-Funktionären vorliegt - AviationNetOnline berichtete. Lufthansa kündigte gegenüber dem "Spiegel" an, zivilrechtlich eine "deutlich niedrigere Summe" von der Gewerkschaft zu erwirken. 

Lösung mit UFO steht noch aus 

Gesprächsangebote von UFO lehnte Lufthansa fortwährend mit der Begründung ab, dass nicht klar sei, wer zum Vorstand der tiefzerstrittenen Gewerkschaft gehöre und somit verhandlungsbefugt sei. Auch UFO selbst blies unter Verweis auf dieses Argument eine Urabstimmung über Streiks bei Eurowings ab. Kürzlich wurden vom Registergericht neue Vorstände zugelassen, da jedoch Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt wurde, ist die Situation immer noch verfahren. 

Dies könnte eine Lösung über weitere Lufthansa-Forderungen zusätzlich verkomplizieren. Denn nicht nur von Baublies und Flohr will Lufthansa Geld, sondern auch von UFO selbst. Um in diesem Konflikt ebenfalls einen Vergleich zu erzielen, müsste der Kranich jedoch die Handlungsfähigkeit der Gewerkschaft anerkennen.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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