Malta will für Österreicher öffnen

Slowenien machte bereits auf, Kroatien steht kurz davor. Mit Israel laufen intensive Verhandlungen.

Għadira Bay (Fotos: Jan Gruber).

Die Regierung des kleinsten Mitgliedsstaates der Europäischen Union, Malta, informierte am Freitag erstmals darüber zu welchen Ländern man die Grenzen öffnen wird und damit Urlaube in der Inselrepublik ermöglichen wird. Für Einwohner Österreichs scheint eint ein Aufenthalt auf Malta, Gozo oder Kemmuna durchaus möglich, für die Bevölkerung Deutschlands und der Schweiz jedoch nicht.

Konkret erklärte die maltesische Regierung, dass man mit Österreich, Luxemburg, Norwegen, Serbien, Lettland, Litauen, Israel, der Slowakei und der Tschechischen Republik so genannte „sichere Reisekorridore“ schaffen wird. Das bedeutet, dass die Einwohner der neun genannten Staaten nach Malta reisen dürfen, umgekehrt natürlich auch die Maltesen. Dem aktuellen Informationsstand nach werden die Bewohner der genannten Länder normal einreisen können und keine Nachweise benötigen. Sofern die Staatsbürgerschaft vom Wohnsitzland abweichend ist, kann dennoch ein behördlicher Nachweis, zum Beispiel ein amtlicher Meldezettel, im Fall einer Kontrolle generell hilfreich sein. Grundsätzlich soll es allerdings keine systematischen Grenzkontrollen geben.

Die große Frage wann Malta die Grenzen zu diesen neun Ländern öffnen wird, wurde seitens der maltesischen Regierung allerdings noch nicht beantwortet. Laut Tourismusministerin Julia Farrugia Portelli befindet man sich derzeit in bilateralen Gesprächen mit den neun Staaten. In diesen sollen dann die exakten Modalitäten festgelegt werden. Zuvor wurde, insbesondere in Italien, spekuliert, dass Malta in Kürze Reisen von/nach Sizilien zulassen könnte. Über dieses Thema verlor die Regierung allerdings kein Wort.


Flughafen Luqa.

Seit 21. März 2020 gibt es am Flughafen Luqa keinen Passagierverkehr mehr. Lediglich Rückführungsflüge wurden durchgeführt. Cargo- und Wartungsflüge sind von diesem Bann nicht betroffen. Wann der Tochterairport der Flughafen Wien AG wieder für Passagierverbindungen zur Verfügung steht, ist noch unklar. Aus dem maltesischen Tourismusministerium war zu hören, dass Premierminister Robert Abela voraussichtlich Anfang kommender Woche den entsprechenden Zeitplan zur Aufhebung der Restriktionen verkünden wird.

Auch Italien will die Grenzen sehr bald öffnen

Malta steht mit der beabsichtigten Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern keinesfalls allein dar, denn Slowenien vollzog diesen Schritt bereits einseitig. Die Flughäfen des Landes, insbesondere Ljubljana, dürfen wieder Passagierflüge annehmen und abfertigen. Slowenien kontrolliert die Grenzübergänge nicht mehr und auch eine Quarantäne muss nicht mehr angetreten werden. Für Österreicher hat diese Entwicklung derzeit noch einen kleine, aber feinen Haken: Nach Slowenien kann man nun wie gewohnt einreisen und benötigt keinerlei Nachweise mehr, so auch keine Quarantäne mehr blüht. Allerdings muss man derzeit noch bei der Heimkehr nach Österreich in eine 14-tägige Quarantäne oder einen negativen COVID-19-Test vorlegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums soll diese Maßnahme noch bis zum 31. Mai 2020 gelten. Danach wird dies bei der Einreise aus zahlreichen EU-Staaten nicht mehr notwendig sein. Ab 15. Juni 2020 werden die Grenzen zu Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz beiderseitig und quarantänefrei offen sein.

Da insbesondere Österreicher häufig mit dem Auto nach Kroatien reisen, stellt die Öffnung der Republik Slowenien einen wichtigen und entscheidenden Vorteil für das Nachbarland der Slowenen dar. Dementsprechend ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic bereits ankündigte, dass sein Land ebenfalls die Grenzen öffnen wird. Deutschland wird am Samstag die Grenze zu Luxemburg öffnen, die drei baltischen Länder machten bereits untereinander auf.

Italien prüft laut lokalen Medienberichten derzeit, dass allen EU-Bürgern ab 3. Juni 2020 die Einreise gestattet werden soll. Die österreichische Regierung verhält sich noch abwartend und will die weitere Entwicklung genau beobachten. Bei einer einseitigen Öffnung würde dies bedeuten, dass in Italien keine Quarantäne notwendig wäre, bei der Rückreise jedoch schon. Der vorhergehende Satz setzt voraus, dass eine entsprechende Verordnung geschaffen wird, da die momentane am 31. Mai 2020 auslaufen wird.


Marina di Campo (Elba).

Österreich befindet sich weiters mit Tschechien und der Slowakei in sehr engen und vielversprechenden Verhandlungen, die in einer baldigen, beiderseitigen Öffnung der Grenzen münden sollen. Dies wird auch darauf zurückgeführt, dass die Infektionszahlen in beiden Ländern vergleichbar sind. Keinerlei Pläne zur Öffnung gibt es für Reisende aus Ungarn. Hierzu wurde ausdrücklich betont, dass es derzeit keinerlei Pläne gibt.

Österreich und Israel vor bilateraler Grenzöffnung

Die Türkei kündigte bereits an, dass man ab dem 1. Juni 2020 den Tourismus wieder ermöglichen wird. Ab 15. Juni 2020 sollen Landungen von Passagierflügen aus Deutschland und Österreich wieder erlaubt sein. Reisenden soll vor der Einreise ein PCR-Abstrich genommen werden. Dabei muss die Adresse des Hotels oder der Privatunterkunft hinterlassen werden, so dass der Passagier im Fall einer positiven Infektion erreicht werden kann. Bei der Rückreise nach Österreich könnte, da die Türkei kein Mitglied der Europäischen Union ist, allerdings eine 14-tägige Quarantäne blühen, die möglicherweise mit einem negativen COVID-19-Test umgangen werden könnte.


Istanbul.

Das einzige Nicht-EU-Land, in das möglicherweise schon sehr bald quarantänefreies Einreisen und quarantänefreies Wiedereinreisen in Österreich möglich sein könnte, ist Israel. Sebastian Kurz bezeichnete den Mittel- und Rotes-Meer-Staat wiederholt als „smartes Land im Kampf gegen Corona“ und auch umgekehrt wird hoher Respekt gezollt. Derzeit laufen diplomatische Verhandlungen über eine bilaterale Öffnung der Grenzen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht, jedoch stehen die Chancen ganz gut, dass ein Badeurlaub in Tel Aviv möglich sein könnte. Auch mit anderen Nicht-EU-Staaten verhandeln Österreichs Diplomaten derzeit intensiv, jedoch ist man dem Vernehmen nach nur mit Israel kurz vor der Einigung.


Tel Aviv.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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