Lufthansa zieht Status-Klage gegen UFO zurück

Zuschuss für Flugbegleiter im SMK-Modell vereinbart.

Airbus A340-300 (Foto: Andy Graf).

Weitere Streiks bei Lufthansa sind erst einmal vom Tisch: Der Konzern und die Flugbegleitergewerkschaft UFO haben sich auf eine Schlichtung im Tarifkonflikt geeinigt. "Mit dem Eintritt in die Schlichtung hat Lufthansa das Statusverfahren zurückgenommen und kehrt mit UFO als Gewerkschaft an den Verhandlungstisch zurück", bestätigt der Konzern eine Meldung der Spartengewerkschaft.

"Es wurden zudem bereits vorab einige Punkte geklärt, die unseren Mitgliedern deutlich machen, dass Lufthansa in der Tat umgedacht hat", so UFO-Vize Daniel Flohr. Dazu gehörten unter anderem eine zweite Übernachtung in Japan und der Betriebsrentnerstatus für fluguntaugliche Mitarbeiter.

Ein Detail hat Lufthansa zusammen mit UFO bereits vereinbart: Die "SMK"-Flugbegleiter (Tarifvertrag Saisonalitätsmodell Kabine) mit einem Arbeitszeitvolumen von 83 Prozent bekommen über die Wintermonate eine Vergütungszulage von insgesamt 1600 Euro. Rund drei Viertel der 3500 SMK'ler arbeiten in dem genannten Modell, das die saisonalen Spitzen abdeckt. Das bedeutet, dass diese Mitarbeiter in der Kabine im Winter weniger und im Sommer mehr als der Durchschnitt der übrigen Flugbegleiter eingesetzt werden.

Weitere Details sollen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von UFO und Lufthansa am Donnerstagnachmittag genannt werden. Kranich-Personalchefin Bettina Volkens lobte die seit dem frühen Sonntagnachmittag laufenden Gespräche mit UFO: "Das hat gezeigt, dass wir gemeinsam zu einer Lösung kommen können."

Am Donnerstag soll ebenfalls feststehen, wer die Schlichtung leitet. Mehrere Personen seien bereits angefragt. "Natürlich haben wir nicht nur rein tarifvertragliche Probleme, auch andere Punkte sind dringend zu klären", führt UFO-Chefin Sylvia de la Cruz aus und spielt damit unter anderem auf das Statusverfahren der Lufthansa ab, das klären sollte, ob UFO noch eine Gewerkschaft ist. "Dazu wird es einen parallelen, moderierten Verhandlungsprozess geben, in dem beide Seiten einvernehmlich weitere problematische Themen einer Lösung zuführen können." Lufthansa ergänzt, dass die konkurrierende Gewerkschaft Verdi an den Gesprächen teilnehmen wird.

Aber nicht nur bei der Mutter-Airline Lufthansa gibt es seit der Kündigung mehrerer Tarifverträge durch UFO Verhandlungsbedarf. Unter anderem ist ein drei Jahre altes Schlichtungsergebnis bei Eurowings noch nicht umgesetzt, weil Lufthansa die Gespräche im Frühsommer abbrach. "Der Konzern hat heute in seiner eigenen Veröffentlichung klar gemacht, dass diese Kehrtwende auch für die Tochterairlines gilt", so UFO-Sprecher Nicoley Baublies. Dort würden ebenfalls erste Forderungen umgehend umgesetzt und zu weiteren Themen "unverzüglich Tarifverhandlungen mit der UFO aufgenommen".

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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