Lufthansa will wieder mit UFO verhandeln

Erste Gespräche könnten sofort starten.

Foto: Flughafen München.

Mit der Ankündigung eines weiteren Streiks bei Lufthansa scheint der seit Monaten andauernde Konflikt zwischen dem Konzern und der Flugbegleitergewerkschaft UFO verfahrener denn je. Dabei hat der Kranich signalisiert, mit den Arbeitnehmervertretern reden zu wollen - obwohl er das eigentlich seit Wochen rigoros ausschließt.

Man sei nach den Vorstandswahlen Mitte Februar dazu bereit, konkrete Verhandlungen mit UFO aufzunehmen, heißt es in einem Brief mehrerer Konzern-Geschäftsführer an die UFO-Spitze. Das Schreiben, das AviationNetOnline vorliegt, haben neben Lufthansa-Vertretern auch die Chefs von Cityline, Euro- sowie Germanwings und Sunexpress Deutschland unterzeichnet.

"Im Vorfeld stehen wir Ihnen zeitnah auch für prozessuale Sondierungen zur Vorbereitung dieses Termins zur Verfügung", machen die Manager klar und rücken damit von einer grundlegenden Position des Konzerns ab: Er erkennt die Flugbegleitergewerkschaft UFO nicht an. Ein Konzernsprecher bestätigt auf Nachfrage, dass die Gespräche sofort starten könnten. 

Gründe für die Strategieänderung unklar

Zwar bekräftigt Lufthansa in dem Schreiben noch einmal, dass sich "an unserer juristischen Bewertung hinsichtlich der derzeit fehlenden Vertretungsbefugnis Ihres Vorstands nichts geändert" habe. Doch die vom Konzern forcierte gerichtliche Überprüfung des Gewerkschaftsstatus von UFO bleibt in dem Brief unerwähnt. Ein erster Anhörungstermin in der Sache findet nach AviationNetOnline-Informationen im April statt - lange nachdem Lufthansa wieder offiziell mit UFO verhandeln will. 

Was Lufthansa dazu bewogen hat, wieder mit UFO verhandeln zu wollen, ist unklar. Noch vor wenigen Wochen bezeichnete Lufthansa UFO in einem Schreiben als "nicht tariffähig" und wies Verhandlungsaufforderungen als "gegenstandslos" zurück.

In Vorbereitung auf den damals geplanten UFO-Streik versicherte der Arbeitgeber, "die aktuelle Situation signifikant anders handhaben" zu wollen. Man werde alles tun, "um den regulären Flugplan einzuhalten". Das gelang nicht. Nach AviationNetOnline-Berechnungen musste Lufthansa konzernweit wegen der Streiks mindestens 150 Verbindungen streichen - der Konzern selbst spricht von 100 Flügen.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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