Lufthansa will im kommenden Jahr noch 300 Flugzeuge parken

Neue Kostensenkungsprogramme geplant.

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Wegen der Corona-Krise rechnet der Lufthansa-Konzern noch länger mit tiefgreifenden Einschnitten im eigenen Geschäft. Würden aktuell 700 der Group-weiten 763 Jets am Boden bleiben, sollen es im kommenden Jahr noch 300 und 2022 immerhin 200 sein, gab der Konzern bei Vorlage des Berichts zum ersten Quartal bekannt. "Selbst nach Beendigung der Krise, die für das Jahr 2023 erwartet wird, geht der Konzern von einer immer noch um 100 Flug­zeuge kleineren Flotte aus", heißt es. 

Die Zahlen, die der Konzern nun mit einem Monat Verspätung veröffentlicht, lassen erahnen, wie hart Lufthansa von der Corona-Pandemie getroffen wird. Bis Ende März sank der Umsatz um 18 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn brach von minus 336 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf jetzt minus 1,2 Milliarden Euro ein.

Außerdem belastete der massiv gesunkene Ölpreis deutlich, denn Lufthansa kauft traditionell viel Treibstoff zu einem vorab festgelegten Preis ein. "Die negative Marktwertentwicklung von Hedges zur Treibstoffkostenabsiche­rung belasteten das Finanzergebnis in den ersten drei Monaten des Jahres mit 950 Millionen Euro." Der Großteil betrifft Öleinkäufe in der Zukunft.

EBIT im Gesamtjahr mit "signifikantem Rückgang"
Nach wie vor will das Unternehmen keine Prognose für das Gesamtjahr aufstellen. Die ungewisse weitere Entwicklung der Corona-Pandemie mache eine präzise Prognose der Ergebnisentwicklung für das Jahr 2020 weiter unmöglich, heißt es. Fest steht aber, dass die Lufthansa Group von einem "signifikanten Rückgang des bereinigten EBIT" ausgeht.

Um unter anderem die staatlichen Milliardenhilfen zeitnah zurückzahlen zu können, müsse man den jährlichen Free-Cashflow gegenüber dem Vorkrisenniveau deutlich steigern – "und das, obwohl die weltweite Nachfrage nach Flügen noch über Jahre unter dem Vorkrisenniveau liegen wird", konstatiert der fürs Finanzwesen zuständige Vorstand Thorsten Dirks. Abgesehen von den Restrukturierungsprogrammen bei Austrian und Brussels sollen daher auch "in anderen Gesellschaften der Lufthansa Group Kostensenkungsprogramme gestartet werden".

Lesen Sie hier einen ausführlichen Beitrag zu den Quartalszahlen von Austrian Airlines.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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