Lufthansa weist neue UFO-Forderungen zurück

Streiks bei der Airline wieder jederzeit möglich.

Embraer 195 (Foto: Andy Graf).

Nachdem die Flugbegleitergewerkschaft UFO den für morgen geplanten Warnstreik bei Lufthansa in Frankfurt und München kurzfristig abgesagt hat, stehen die Zeichen nun wieder auf Ausstand: Lufthansa hat die neuen von UFO aufgestellten Forderungen zurückgewiesen. "Streiks bei Lufthansa sind wieder jederzeit möglich, auch vor Abschluss der gestern gestarteten Urabstimmung", erklärte der stellvertretende UFO-Chef Daniel Flohr am Samstagvormittag.

Lufthansa hatte von sich aus am Freitag eine zweiprozentige Lohnerhöhung für die Kabinenbeschäftigten angekündigt. UFO wertete das als eigenen Erfolg, sagte den für morgen angesetzten Warnstreik bei der Airline ab und stellte neue Forderungen - mit Frist bis Mittwoch: Dazu gehört unter anderem eine zweistufige Erhöhung von Spesen um insgesamt zehn Euro, eine Erhöhung der Zulagen für die Kabinenchefs und eine tiefgreifende Neuregelung für den Geltungsbereich bestimmter Tarifverträge bei dienstjüngeren Flugbegleitern.

"Diese arbeitgeberseitige Zusage ist eindeutig keine Erfüllung Ihrer Tarifforderung", erklärt der Konzern nun in einem Schreiben an UFO. "Auf Grund Ihrer mangelnden Abschlussfähigkeit sind auch weiterhin keine Gespräche mit Ihnen möglich." Lufthansa verweigert seit Monaten Gespräche mit UFO, weil es die Vorstandswahlen für nicht rechtmäßig hält. Auch lässt der Konzern gerichtlich den Gewerkschaftsstatus von UFO prüfen.

Streik bei LH-Töchtern

Der Konflikt mit der Lufthansa-Airline ist aber nur einer von mehreren der UFO beim Kranich-Konzern. Da aufgrund des Gesprächsembargos auch Verhandlungen mit unter anderem der Eurowings-Spitze über die genaue Umsetzung des Schlichterspruchs von 2016 abgebrochen wurden, gibt es auch dort Streik: UFO rief am Freitag dazu auf, deinige Lufthansa-Töchter (Cityline, Euro- sowie Germanwings und Sunexpress Deutschland) am Sonntag zu bestreiken. Zudem läuft eine Urabstimmung über unbefristete Arbeitsniederlegungen bei Lufthansa.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

    Special Visitors

    Zimex Aviation / HB-ALN
    Vueling Airlines / EC-NAJ
    Lufthansa / D-AIHZ
    Rossiya Airlines / VQ-BAS
    Air China / B-2035
    Etihad Airways / A6-BLV
    TUI Airlines Belgium / OO-JAF

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann