Lufthansa: Vorstand gibt OK für Stabilisierungspaket

Die Airline muss als Gegenleistung Slots in Frankfurt und München abgeben - allerdings weniger als bislang gedacht.

Lufthansa muss in Frankfurt und München Slots abgeben (Foto: Martin Metzenbauer).

Nun also doch: Der Lufthansa Vorstand hat am Freitagabend beschlossen, die von Deutschland gegenüber der EU-Kommission indizierten Zusagen für das mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland ausgehandelte Stabilisierungspaket zu akzeptieren. 

Der Umfang der aus Sicht der EU Kommission erforderlichen Zusagen - die sich ja zuletzt als Knackpunkt erwiesen haben - konnte dabei reduziert werden: Lufthansa wird demnach verpflichtet, an den Flughäfen Frankfurt und München je einem Wettbewerber zur Stationierung von je bis zu vier Flugzeugen, bis zu 24 Slots, also rechnerisch jeweils drei Start- und drei Landerechte pro Flugzeug und Tag, zu übertragen. Zuletzt war statt dieser insgesamt 48 von bis zu 72 Slots die Rede, wie Reuters berichtete.

Diese Option steht nun für zumindest anderthalb Jahre nur neuen Wettbewerbern an den beiden Airports zur Verfügung. Falls keiner von der Option Gebrauch macht, wird diese auch auf vorhandene Wettbewerber an den jeweiligen Flughäfen erweitert. Die Slots sollen im Rahmen eines Bieterverfahrens zugeteilt und nur von einem europäischen Konkurrenten übernommen werden, der selbst keine wesentliche staatliche Rekapitalisierung aufgrund der Corona-Pandemie erhalten hat. 

Die letzten beiden Hürden für das bis zu neun Milliarden Euro schweren Pakets liegennun beim Aufsichtsrat und den Aktionären: Ersterer muss dem mit dem WSF ausgehandelten Stabilisierungspaket inklusive der Zusagen an die EU zustimmen. Zeitnah soll dann eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um auch noch die Zustimmung der Aktionäre einzuholen.

Autor: Martin Metzenbauer
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Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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