Lufthansa und AUA setzen Teheran-Flüge aus

New York Times veröffentlichte ein Video, das den Abschuss der Ukraine-International-Maschine zeigen soll.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Im Nachgang des Absturzes der Boeing 737-800 von Ukraine International nahe Teheran gehen verschiedene Geheimdienste derzeit davon aus, dass die Maschine abgeschossen wurde. Ein von der New York Times veröffentlichtes Video, das nach Angaben des Mediums authentisch sein soll, zeigt die letzten zehn Sekunden vor dem Einschlag. Zu sehen ist ein Gegenstand, der zu einem hellen Lichtblitz führt.

Auf die jüngsten Entwicklungen reagierten auch zahlreiche Fluggesellschaften. Nachdem Ukraine International bereits unmittelbar nach dem Absturz, bei dem offiziellen Angaben nach alle Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen sind, Teheran mit sofortiger Wirkung nicht mehr anzufliegen. Austrian Airlines und ihre Konzernmutter Lufthansa befanden sich am Donnerstag auf dem Weg in die iranische Hauptstadt, entschieden sich jedoch dafür, dass die Flüge abgebrochen werden. Der Kranich-Jet kehrte um und landete in Frankfurt am Main, während die AUA-Maschine zunächst in Sofia stoppte.

Dazu erklärte ein Austrian-Airlines-Sprecher: „Aufgrund der aktuellen Meldungen und der veränderten Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran hat Austrian Airlines die Rotation OS 871/OS 872 am 9. und 10. Jänner nach Teheran gestrichen. Austrian plante den gestrigen Flug OS 871 mit einem Zwischenstopp in Sofia durchzuführen. Das Flugzeug ist nach dem Stopp in Sofia nach Wien zurückgekehrt – Landung erfolgte um ca. 22.30 Lokalzeit. Austrian Airlines Security evaluiert gemeinsam mit der Lufthansa Group Security sowie nationalen und internationalen Behörden weiterhin die Lage vor Ort. Sobald uns Detailinformationen vorliegen, werden wir entscheiden, ob bzw. ab wann unsere Iran Flüge wieder durchgeführt werden können.“

Die Destination Erbil (Irak) soll jedoch ab Freitag wieder angeflogen werden. Dazu der Sprecher: „Erbil plant Austrian Airlines ab heute, Lufthansa ab 14. Jänner wieder anzufliegen. Wir stehen auch hier in engem Austausch mit Behörden und Sicherheitsexperten. Sollte sich deren Einschätzung zur Situation vor Ort ändern, haben wir jederzeit die Möglichkeit unser Flugprogramm anzupassen.“

Eine Medienreferentin der Lufthansa sagte: „Der für gestern geplante Flug LH 600 auf dem Weg von Frankfurt nach Teheran nach rund einer Stunde Flugzeit rein vorsorglich nach Frankfurt zurückkehrt. Hintergrund ist eine veränderte Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran. Lufthansa evaluiert gemeinsam mit nationalen und internationalen Behörden weiterhin die Lage vor Ort. Auch für heute wird der Flug von/nach Teheran vorsorglich gestrichen. Sobald uns Detailinformationen vorliegen, werden wir entscheiden, ob bzw. ab wann unsere Iran Flüge wieder durchgeführt werden können. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Passagiere. Die Sicherheit hat für oberste Priorität für unsere Mitarbeiter und Passagiere.“ Zu Erbil fügte Sie hinzu: „Unsere Flüge nach Erbil sind von diesen Maßnahmen derzeit nicht betroffen.“

Die staatliche Fluggesellschaft des Iran, Iran Air, äußerte sich auf Anfrage nicht dazu, ob die Flüge zwischen Europa und Teheran weiterhin bedient werden. Wien steuert der Carrier mit Maschinen des Typs Airbus A300-600 an. Aus Flugplandaten geht hervor, dass planmäßig der nächste Flug am Samstag stattfinden soll. Austrian Airlines und Iran Air unterhalten laut Homepage der iranischen Airline ein Codeshareabkommen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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