Lufthansa stellt Maßnahmen-Paket vor

Zudem schickt Tochterkonzern Lufthansa Technik AG die gesamte Belegschaft in Kurzarbeit.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG hat heute weitreichende Maßnahmen beschlossen, um die Kapazität der Flugbetriebe sowie der Administration längerfristig zu senken. Diese sind angepasst an aktuelle Entwicklungen und Prognosen, die sehr drastisch ausfallen, denn: Optimismus sieht anders aus.

In der Pressemitteilung heißt es, dass man keine schnelle Rückkehr der Luftverkehrsindustrie auf das Niveau vor der Coronakrise erwartet. Zudem schätze man, dass es Monate dauern wird, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht. 

Deswegen werden bei der Lufthansa Airline sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Mit diesem Schritt reduziert Lufthansa ihre Kapazitäten an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München.

Ebenfalls wird die Eurowings die Zahl ihrer Flugzeuge weiter reduzieren. So sind im Bereich der Kurzstrecke zusätzlich zehn Airbus A320 zur Ausflottung vorgesehen. Das Langstreckengeschäft der Eurowings, das kommerziell von Lufthansa verantwortet wird, soll ebenfalls verkleinert werden. Darüber hinaus wird Lufthansa Cityline drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Seit 2015 hatte die Regionalfluglinie vor allem touristische Langstreckenziele für Lufthansa angeflogen.

Die bereits begonnenen „Restrukturierungsprogramme“ bei Austrian Airlines werden weiter verschärft, unter anderem arbeite man an der Reduzierung der Flotten. Auch bei Brussels Airlines und Swiss arbeite man an ungefähr deckungsgleiche Maßnahmen. Zudem teilt man mit, den Flugbetrieb bei der Tochtergesellschaft Germanwings gänzlich stillzulegen.

Die Passagierairlines der Lufthansa Group haben darüber hinaus bereits nahezu alle Wetlease Vereinbarungen mit anderen Fluggesellschaften gekündigt. 

Auch die Lufthansa Technik AG vermeldet Neuigkeiten: Die Betriebsvereinbarung zur Einführung von Kurzarbeit ist abgeschlossen. Dies betrifft nahezu 12.000 Beschäftigte und soll zunächst bis zum 31. August 2020 gelten. Auch leitende Angestellte werden aufgrund des weitgehenden Arbeitsrückgangs in Kurzarbeit versetzt. Um der eigenen Belegschaft – so gut es geht - unter die Arme zu greifen, stockt man das Kurzarbeitergeld zunächst bis auf 90 Prozent des durch die Kurzarbeit entfallenen Nettogehaltes auf. Auch auf die Leitungsinstanzen wird Rücksicht genommen, sie werden in Zukunft mit 80 Prozent ihres eigentlichen Entgelts entlohnt.

Autor: Granit Pireci
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Granit verstärkt seit März 2020 die AviationNetOnline-Redaktion und ist insbesondere auf die Luftfahrt in Südost-Europa spezialisiert.

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