Lufthansa-Rettung verzögert sich erneut

EU-Kommission verlangt klare "Exit-Strategie".

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Der Lufthansa-Konzern muss weiter auf die rettenden Milliarden des deutschen Staates warten. Am eigentlich fertig verhandelten Hilfspaket gibt es offenbar erneut Änderungswünsche. So verzögert sich eine von Freitag auf Montag verschobene Aufsichtsratssitzung, auf der der Weg für die nötige außerordentliche Hauptversammlung geebnet werden soll, laut "Handelsblatt" auf Dienstag. Der Konzern will dies nicht kommentieren.

Die EU-Kommission die von ihr in der Corona-Krise aufgestellten Beihilferegeln nicht erfüllt. So gibt es beispielsweise keinen Exit-Plan, wann der deutsche Staat seinen Anteil am Kranich-Konzern wieder aus der Hand gibt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sprach sogar davon, dass der Steuerzahler an dieser Rettung "mitverdienen" soll - Beobachter sehen darin den Beleg, dass der SPD-Vizekanzler auf Dividendenzahlungen für das Aktienpaket hofft. Brüssel hingegen hat als Auflage für Milliardenpakete für Unternehmen gemacht, dass der Staat schnellstmöglich seine Anteile zurückfährt.

Unter Umständen, so schreibt die Zeitung, müssten bestimmte Komponenten der komplexen Finanzierung neu bzw. anders gestaltet werden. Das Konstrukt ist komplex, weil es innerhalb der deutschen Regierung verschiedene Meinungen darüber gab, wie das Mitspracherecht bei einer Lufthansa-Rettung aussehen soll. Während die SPD eine Sperrminorität (25 Prozent plus eine Aktie) bevorzugte, um wichtige unternehmerische Entscheidungen mit beeinflussen zu können, lehnte die Union dies ab. Geeinigt hat man sich dem Vernehmen nach auf eine 20-prozentige Beteiligung, die über eine Wandelanleihe um fünf Prozent aufgestockt werden kann, falls der Lufthansa eine feindliche Übernahme droht.

Die Annahme des Pakets hatte sich am Freitag verschoben, weil der Bund dem Konzern vorschreiben wollte, die bei Airbus bestellten Flugzeuge in den kommenden Jahren alle abzunehmen. Nach AviationNetOnline-Recherchen handelt es sich dabei um 519 Jets - Kostenpunkt: fünf Milliarden Euro. Dies hätte das komplette Rettungspaket unwirtschaftlich gemacht, heißt es. Dieser Punkt ist aber offenbar beseitigt, da er im Papier wesentlich "weicher" formuliert sein soll.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

    Special Visitors

    Volga-Dnepr Airlines / RA-82042
    ROSSIYA / EI-UNP
    Antonov Airlines / UR-82007
    National Airlines / N952CA
    Atlantic Airways / OY-RCK
    Danish Air Transport / OY-RUE
    LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter / D-ABQA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Carlo Sporkmann

    Granit Pireci

    Michael David