Lufthansa prüft neues Sparprogramm

Hohmeister äußert sich auch zur Kooperation mit Condor.

(Foto: Jan Gruber)

Angesichts der weiter steigenden Zahl an Infizierten durch das neuartige Corona-Virus und der damit einhergehenden Unsicherheit will Lufthansa anstehende Neueinstellungen verschieben. Man überprüfe "bei der Kernmarke Lufthansa alle geplanten Neubesetzungen von offenen Stellen", sagte der im Vorstand für die Netzwerk-Airlines zuständige Manager Harry Hohmeister dem "Handelsblatt". Möglicherweise müssten diese "ausgesetzt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden".

Zudem wolle man "mit erweiterten Angeboten für unbezahlten Urlaub und Teilzeit wir Kosten sparen". Ähnliches ist für Austrian Airlines angekündigt. Man werde "nicht verhindern können, einzelne Projekte zu streichen und in der Verwaltung bei den Ausgaben zu sparen. Keine leichtfertigen Entscheidungen, aber leider unverzichtbar."

Wie genau sich die Corona-Krise finanziell auf Lufthansa auswirkt, will der Konzern erst bei der Bilanzvorlage Mitte März bekanntgeben. Doch eine Zahl gibt Aufschluss darüber, dass es wohl brenzlig wird: Konzernweit bleiben aktuell 13 Langstreckenflugzeuge am Boden, weil Lufthansa, Austrian und Swiss ihre Verbindungen nach China bis Ende März abgesagt haben.

Auch die Frachttochter Lufthansa Cargo kämpft mit den Folgen des Virus: Sie hat ihr Flugprogramm nach China zuletzt um fast die Hälfte reduziert und muss auf die Beiladekapazitäten der Passagierjets verzichten. Zu Wochenbeginn rutschte die in Deutschlands erster Börsenliga notierte Aktie um knapp acht Prozent nach unten. Der internationale Airline-Verband IATA schätzt, dass die Umsätze der Fluggesellschaften weltweit infolge des Virus um knapp 30 Milliarden Dollar zurückgehen werden.

Kooperation mit Condor
Hohmeister äußert sich auch zum Kauf des Ferienfliegers Condor durch die Eigentümer der polnischen LOT. Man werde die Kooperation mit Condor nicht abrupt stoppen, doch: "Wenn Verträge auslaufen, dann laufen sie aus", sagt der Manager mit Blick auf Vereinbarungen, dass von Lufthansa nach Frankfurt gebrachte Passagiere auf Condor-Langstrecken weitergesucht werden.

Auch die Zusammenarbeit im Lufthansa-Bonusprogramm Miles&More steht auf dem Prüfstand: "Denn natürlich ist es in unserem Interesse, dass unsere Kunden ihre Meilen vermehrt für Flüge in unserem wachsenden touristischen Angebot einsetzen." Reisende können aktuell mit Lot-Flügen Punkte für Vorzüge im Lufthansa-Programm sammeln.

Condor soll unter der neuen Eigentümerin zum "Kompetenzzentrum Touristik" werden und auch Ferienflüge ab Polen und Ungarn anbieten. Zudem steigt die Airline in Düsseldorf ins Langstreckengeschäft ein – in direkter Konkurrenz zur Lufthansa-Tochter Eurowings, die nun auch ab Frankfurt Interkontinental-Verbindungen anbietet.

" Wir haben das Freizeitkundensegment vielleicht tatsächlich eine Zeit lang zu wenig beachtet", räumt Hohmeister ein und kündigt an, dass man das eigene Angebot in dem Segment ausbauen werde. "Wir werden aber auch künftig sicherlich nicht jede Urlaubsdestination ansteuern." Auch "das Thema Partnerschaften mit Reiseveranstaltern im touristischen Markt" wolle der Konzern noch weiter vorantreiben.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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