Lufthansa muss Flotte wohl noch mehr verkleinern

Weiterer Stellenabbau droht. 

(Foto: Martin Metzenbauer)

Kurzfristig wird Lufthansa offenbar doch nicht die im Frühjahr prognostizierte Menge an Kapazitäten anbieten können - daher droht die Flotte um mehr als die bereits bekannten 100 Jets zu schrumpfen. Dies berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf das Papier des zweitägigen Strategietreffens des Konzernvorstands zu Wochenbeginn auf Sardinien. 

Denn herbe Einbußen gibt es nicht nur um vor allem innerdeutschen Geschäftsreiseverkehr, da immer mehr Unternehmen auf Videokonferenzen setzen und Business-Trips derzeit verbieten. Hinzu kommt, dass immer neue Reisewarnungen, die Fluggästen das Recht zum kostenlosen Stornieren einräumen, die langfristige Planung behindern. Dies betrifft vor allem die bei Touristen beliebte Urlaubsregion Spanien inklusive der Ferieninseln Mallorca und den Kanaren. 

Und auch das lukrative Nordamerikageschäft ist zum Erliegen gekommen, schreibt das "Handelsblatt". "Die USA bekommen Corona unter ihrem Präsidenten Donald Trump nicht in den Griff, das Land bleibt abgeschottet." Die Entscheidung über eine Kürzung der Flotte um mehr als 100 Flugzeuge sei zwar noch offen, "es sei aber mit einer erheblich größeren Verkleinerung zu rechnen, heißt es in Konzernkreisen". 

Für die Airline würde das im schlimmsten Fall bedeuten, dass in der Kabine 4000 statt der bisher kalkulierten 2700 Jobs gestrichen würden. Weder Lufthansa noch die Flugbegleitergewerkschaft UFO wollten die Zahl bestätigen, heißt es im Bericht. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte jüngst betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen. 

Neue Staatshilfen?
Und auch dies wird im Bericht erwähnt: Die Staatshilfen, die Lufthansa bekam, könnten schon im nächsten Jahr aufgezehrt sein. Denn wegen der immer noch andauernden Corona-Pandemie und der dadurch nur schleppenden Erholung des Geschäfts verbrenne der Konzern noch immer pro Stunde 700.000 Euro. 

Auf einen Monat hochgerechnet sind das eine halbe Milliarde Euro. Wenn keine privaten Kapitalgeber bereitstehen, liegen die Hoffnungen auf dem Staat, heißt es. "Die Frage ist nur, ob die Lufthansa-Führung vor oder nach der Bundestagswahl ihren Bedarf in Berlin deklariert", wird eine Führungskraft zitiert. Die Wahl ist im September 2021. Ohne ein schlüssiges Konzept, so heißt es im Konzern, brauche die Firmenleitung auch in Berlin nicht anzuklopfen. Der Staat hatte Lufthansa zur Hochzeit der Virus-Krise neun Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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