Lufthansa lehnt Bedingungen für Staatshilfen ab

Konzern droht erneut mit Schutzschirmverfahren.

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Der Lufthansa-Konzern lehnt die vom Staat gestellten Bedingungen für Milliardenhilfen ab. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ohne Nennung von Quellen und verweist darauf, dass das Unternehmen erneut mit einem Schutzschirmverfahren gedroht hat. Dies hatte Lufthansa vergangene Woche schon einmal – welche Gründe aus unternehmerischer Sicht dafür sprechen, lesen Sie hier.

Laut Bericht haben sich bereits bei Verhandlungen auf Staatssekretärsebene "massive Differenzen" gezeigt, "eine Einigung sei daher noch fern". Der Bund ist bereit, Lufthansa 25 Prozent ihrer Anteile abzukaufen und ihr in Form einer Kapitalerhöhung und von Krediten über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) rund neun Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Zur Einordnung: Der Konzern, der komplett in Hand von Börsianern ist, kommt am Markt aktuell auf einen Wert von gut 3,8 Milliarden Euro.

Im Gegenzug soll der Bund zwei Personen in den bislang 20-köpfigen Aufsichtsrat entsenden und bei Entscheidungen seine Sperrminorität nutzen können. Über die Einflussnahme des Staates bei Lufthansa war bereits im Vorfeld heftig diskutiert worden – so wollen CDU/CSU nur stiller Teilhaber sein, Regierungspartner SPD hingegen strebt eine Entscheidungsgewalt an. Auch die Bedingungen des Staatskredits dürften bei Lufthansa vielen sauer aufgestoßen haben: Der Bund hat einen Zinssatz von neun Prozent vorgeschlagen – dies würde Mehrkosten von rund einer halben Milliarde Euro pro Jahr bedeuten.

AviationNetOnline-Informationen zufolge will sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch mit unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) noch einmal beraten. Doch selbst wenn Bund und Kranich am Ende zu einer Einigung gelangen, ist nicht unwahrscheinlich, dass Spohr zu erneuten Beratungen mit der EU-Kommission gezwungen sein wird. Denn bislang hat die Bundesregierung keine Freigabe aus Brüssel, um Bedingungen für den WSF aushandeln zu können.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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