Lufthansa legt sieben Töchter in Steuerparadiesen offen

Konzern reagiert auf anhaltende öffentliche Kritik.

(Foto: Jan Gruber)

Der Lufthansa-Konzern hat auf die anhaltende öffentliche Kritik von deutschen Politikern reagiert und eine Liste mit wie er sagt "aller Gesellschaften mit Sitz in laut EU-Liste nicht kooperativen Steuergebieten" veröffentlicht. Dies solle "die gewünschte Transparenz herstellen", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Lufthansa beachtet eigenen Angaben zufolge in allen Ländern, in denen man tätig sei. "die nationalen und internationalen Rechts- und Steuervorschriften".

Zudem betont das Unternehmen, dass es sich bei allen Gesellschaften auf der Liste um Tochterfirmen der Cateringsparte LSG Group bzw. dessen Joint-Venture mit der GCG Catering Group handelt. Diese würden beispielsweise Mahlzeiten und Logistikdienstleistungen "für lokale Fluggesellschaften sowie Flughäfen anbieten". Deren Erträge wären "selbst dann vor Ort zu versteuern, wenn sie direkt aus Deutschland heraus geführt würden", so Lufthansa.

Der Konzern listet die folgenden auf:

  • Arlington Services Ltd, Panama, Geschäftszweck: Holdinggesellschaft der LSG Group;
  • Sky Chefs de Panama, Geschäftszweck: Airport Catering
  • LSG Catering Guam Inc., Geschäftszweck: Holdinggesellschaft der LSG Group
  • LSG Lufthansa Service Guam Inc., Geschäftszweck: Airline Catering
  • Inflite Holdings Cayman Ltd (zu 49 Prozent in Bestz der LSG Group), Geschäftszweck: Holdinggesellschaft
  • GCG Virgin Islands Inc., Geschäftszweck: Ground Handling und Airport Catering
  • Goddard Catering Group GCM Ltd., Cayman Islands, Geschäftszweck: Catering Operations

Weitere Informationen zu beispielsweise Geldflüssen der betreffenden Tochterunternehmen in den Niedrigsteuerländern veröffentlichte der Konzern nicht.

Kritik von SPD und Grünen
Dass Lufthansa nun in die Offensive geht und die Verbindungen in Steuerparadiese offenlegt, führen Beobachter auf den öffentlichen Druck der vergangenen Tage zurück. Denn der Konzern verhandelt mit dem deutschen Staat über mehrere Milliarden Finanzhilfen – von einigen Parteien hatte es daher Kritik am intransparenten Umgang des Kranichs mit Töchtern auf den Caymans und Co. gegeben.

So sagte der Grüne-Europapolitiker Sven Giegold: "Wer Steuergelder erhalten will, darf die Steuergerechtigkeit nicht mit Füßen treten." SPD-Co-Chef Norbert Walter-Borjans konkretisierte: Betroffene Unternehmen müssten diejenigen Tochterfirmen in Steueroasen schließen, "die nur der Steuervermeidung dienen und sonst keinen Geschäftszweck haben", zitieren "Süddeutschen Zeitung", NDR und WDR. 

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als freier Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet hauptsächlichh über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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