Lufthansa lässt Streikverbot prüfen

UFO will am Sonntag Frankfurt und München bestreiken. 

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat einen ersten Streik bei Lufthansa terminiert - und befindet sich damit mitten in einem neuen Konflikt mit dem Kranich. UFO will am Sonntag (20. Oktober) zwischen sechs und elf Uhr am Vormittag in Frankfurt und München streiken, das will Lufthansa nicht hinnehmen. "Das ist rechtswidrig und wir prüfen daher, ob wir rechtliche Schritte unternehmen" sagte ein Sprecher zu AviationNetOnline. 

Die Kabinengewerkschaft spricht zudem davon, dass Lufthansa Streikbrecher mit Prämien locke. Das will der Konzern auf Nachfrage ebenso wenig kommentieren wie die Aussage von UFO, die Airline drohe Mitarbeitern bei Teilnahme an den Arbeitskämpfen mit Gehaltskürzungen. 

UFO droht mit unbefristeten Streiks

Die Kabinenvertreter haben am Montagmittag auch Streiks bei weiteren Konzern-Airlines in Aussicht gestellt. Der stellvertretende UFO-Chef Daniel Flohr sprach zudem von unbefristeten Arbeitskämpfen, über die man in der kommenden Woche intern beraten wolle. UFO will dabei von Anfang an Streikgeld zahlen, trat Flohr Spekulationen entgegen, wonach der seit Monaten andauernde Konflikt mit Lufthansa UFO an den Rand der Insolvenz getrieben habe. 

"Wir sehen in der Eskalationsspirale keine andere Möglichkeit, um unsere Forderungen im Konzern durchzusetzen", so Flohr. UFO fordert bei Lufthansa "Classic" mehr Gehalt - 1,8 Prozent rückwirkend zu Juli bei einer Laufzeit bis Ende dieses Jahres. Bei den anderen Airlines des Konzerns geht es auch um mehr Geld (zwei Prozent bei Cityline) sowie die Annahme von aus ihrer Sicht fertig verhandelten Teilzeitregelungen (Germanwings) oder Kontrakte für die Altersversorgung (Eurowings).

Lufthansa lässt UFO-Status prüfen

"Der Konzern hat immer noch die Möglichkeit, dieses Szenario abzuwenden", so Flohr weiter. Hierzu bedarf es entweder einen Tarifvertrag zu unterzeichnen oder ein Gegenangebot vorzulegen. Lufthansa lehnt aktuell Verhandlungen mit UFO ab und stellt gleichzeitig vor Gericht deren Gewerkschaftsstatus infrage

Der Konzern führe seit Jahren einen Machtkampf gegen Spartengewerkschaften, konstatiert Flohr. Mit aller Macht werde versucht "eine unbequeme UFO, die seit Jahren ein Dorn im Auge des Aufsichtsrats und Vorstands ist, loszuwerden".

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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