Lufthansa kürzt Cargo-Flüge nach China

Luftfahrtbehörde CAAC macht Air China und Co. rigide Vorgaben

MD-11 von Lufthansa Cargo. (Foto: www.AirTeamImages.com)

Angesichts der weiter rapiden Ausbreitung des Corona-Virus in China schränkt Lufthansa auch ihre Frachtflüge in das asiatische Land kurzzeitig deutlich ein. Wie ein Sprecher der Frachttochter Lufthansa Cargo zu AviationNetOnline sagte, werde kontinuierlich an einem Sonderflugplan gearbeitet, um wöchentlich mindestens fünf Verbindungen auf das chinesische Festland abbilden zu können – ein Drittel des normalen Winterflugplans in die Region.

Im Einzelnen soll Shanghai (PVG) dreimal pro Woche und Peking sowie Chengdu jeweils einmal wöchentlich angeflogen werden. Da allerdings auch die Passagier-Airlines des Konzerns ihre China-Verbindungen mindestens bis Ende Februar ruhen lassen, fehlen zudem die Kapazitäten der Beiladungen in den Maschinen.

Weiterhin heißt es bei Lufthansa Cargo, Crews könnten selbst entscheiden, ob sie auf den China-Flügen eingesetzt werden wollen. "Daneben könnten beispielsweise veränderte Einreisebestimmungen die Durchführbarkeit kurzfristig einschränken", heißt es. Bis auf Weiteres sind lebende Tiere und eine bestimmte Express-Lösung auf den Strecken von und nach China nicht buchbar.

China-Airlines streichen Tausende Flüge
Zudem zeigt sich immer mehr, wie sehr die Sorge über die unkontrollierte Ausbreitung des Virus den globalen Luftverkehr beeinflusst. So mussten allein die drei großen chinesischen Airlines Air China, China Eastern und China Southern in dieser Woche etwa 25.000 Flüge von und nach China sowie innerhalb des Landes streichen, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Zahlen des Flugplandienstleisters OAG. Betroffen sind 4,4 Millionen Sitze – so viele Passagiere befördert Lufthansa in etwa im gesamten Jahr innerdeutsch zu den Drehkreuzen Frankfurt und München.

Dass es chinesische Airlines nicht noch härter getroffen hat, haben diese vermutlich allein der obersten Luftverkehrsbehörde CAAC (Civial Aviation Authority of China) zu verdanken. Diese hat die heimischen Anbieter verpflichtet, den Flugverkehr in jedes bisher angeflogene Land zumindest zu einem Ziel aufrecht zu erhalten.

Fast 500 Tote
Dabei breitet sich der neuartige Erreger weiterhin massiv aus. Die Zahl der an dem Corona-Virus erkrankten Menschen betrug am Mittwochmorgen laut "South China Morning Post" über 24.500 weltweit – 99 Prozent derer wurden in China gemeldet. Hinzu kommen 492 Tote.

Experten warnen längst vor einer weltweiten Pandemie. So betonte der Direktor des Nationalen Forschungsinstituts für Infektionen in den USA, Anthony Fauci, im Gespräch mit der "New York Times", dass Corona sehr ansteckend und gefährlich sei. Chinesische Unternehmen haben ihren Mitarbeitern inzwischen vielfach Zwangsferien verordnet.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

    Special Visitors

    Atlantic Airways / OY-RCK
    Danish Air Transport / OY-RUE
    LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter / D-ABQA
    British Airways / G-EUPJ
    Windrose Airlines / UR-DNT
    Jet2.com / G-JZHY
    SAS / OY-KAM

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann