Lufthansa ist "kurzarbeitsfähig"

"Leichte Verschiebung" bei Bonuszahlungen möglich.

(Foto: Lufthansa)

Das Szenario der Kurzarbeit ist bei Lufthansa immer greifbarer. Man habe für erste Personalgruppen Betriebsvereinbarungen getroffen und wolle "zeitnah" mit der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit umsetzen, teilte Personalvorstand Michael Niggemann in einem internen Rundschreiben mit. Bereits Ende vergangener Woche hatte Lufthansa gesagt, Kurzarbeit prüfen zu wollen.

Dies gilt vor allem für die Tausenden Flugbegleiter der Airline. "Für die Mitarbeiter am Boden helfen uns die getroffenen Vereinbarungen, um 'kurzarbeitsfähig' zu werden, also hier insbesondere Überstunden oder gegebenenfalls Resturlaub abzubauen", so Niggemann weiter. Anschließend würden die Partner-Unternehmen "am Boden" Kurzarbeit in Nürnberg beantragen.

Dabei zahlt die Bundesagentur bis zu 67 Prozent des Lohns, den die Mitarbeiter aufgrund von gekürzten Stunden nicht erhalten. Laut Lufthansa würde das Personal bei 50 weniger Arbeit immer noch 95 Prozent des normalen Gehalts erhalten.

"Auszahlung in Form von Aktien" wird geprüft
Betroffen von Kurzarbeit sind voraussichtlich auch die Piloten. "Bei den administrativen Bereichen müssen wir überall berücksichtigen, welche Teams aufgrund der aktuellen Lage gerade keine Kurzarbeit sondern eher Mehrarbeit leisten müssen", so der Personalchef, "beispielsweise die Netz- und Crewplanung." Dies sollten aber alle Konzern-Airlines selbst entscheiden.

Kündigungen wolle der Konzern keine aussprechen - auch nicht für Mitarbeiter in der Probezeit. Zudem sollen auch die im kommenden Monat fällige "variable Vergütung" ausgezahlt werden. "Dabei müssen wir in der jetzigen Lage allerdings überall Alternativen prüfen, die eine große Cashzahlung vermeiden", so Niggemann.  Daher könne es zu "leichten Verschiebungen" kommen. Auch prüfe man, die "Auszahlung in Form von Aktien".

Für viele Angestellte ein schwacher Trost, denn die Aktie des Kranichs hat in der jüngsten Vergangenheit drastisch an wer verloren. Allein am heutigen Mittwoch rauschte das Papier in der Spitze noch einmal um 13 Prozent ab und notierte zwischenzeitlich bei 8,96 Euro - so tief wie seit 16 Jahren nicht mehr.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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