Lufthansa fordert 800.000 Euro von Ufo zurück

Flugbegleitergewerkschaft soll Dienstfreistellungen nicht ordnungsgemäß abgerechnet haben.

Airbus A320neo (Foto: Lufthansa).

Die Deutsche Lufthansa AG und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo liegen neuerlich im Clinch, jedoch geht es diesmal um die Kosten von für ihre gewerkschaftliche Tätigkeit dienstfreigestellten Mitarbeiter. Der Arbeitgeber wirft vor, dass einzelne Beschäftigte Gehälter bezogen hätten, obwohl sie keine Flugstunden geleistet hätten und Ufo im Zeitraum von 2015 bis 2018 keine Abrechnung gelegt hätte. Nun schickte die Lufthansa eine Rechnung an die Flugbegleitergewerkschaft.

Der Kranich teilt dazu mit: "Zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft UFO ist vereinbart, dass Funktionäre der Gewerkschaft vom Unternehmen von der Arbeit freigestellt werden können, um Aufgaben für die Gewerkschaft wahrzunehmen. Allerdings muss die Gewerkschaft hierfür einen Antrag stellen und das Gehalt für die Mitarbeiter durch einen funktionsabhängigen Pauschalbetrag erstatten. In den vorliegenden Fällen waren weder durch die Mitarbeiter noch durch die Gewerkschaft Anträge auf erstattungsfähige Frei­stellung gestellt worden. Lufthansa hat daher die Freistellungen für die betreffenden Mitarbeiter für den Zeitraum von 2015 bis 2018 in Rechnung gestellt. Im Rahmen einer internen Untersuchung wird nun geprüft, warum Gehaltszahlungen ohne Flugleistungen ausgezahlt werden konnten und warum die ausgebliebenen Erstattungen über Jahre nicht aufgefallen sind."

Das Portal Airliners.de berichtet dazu, dass es unter anderem um die Freistellungen von Ufo-Chef Nicoley Baublies und Daniel Flohr - Leiter der Tarifabteilung - geht. Von 2015 bis 2018 wären hierfür - so das Portal - Kosten in der Höhe von 525.600 Euro angefallen. Weiters schreibt Airliners.de, dass von Baublies persönlich weitere 206.000 Euro gefordert werden. Von Alexander Behrens, ehemaliger Ufo-Chef, fordert Lufthansa 86.700 Euro.

Gegenüber Airliners.de weisen Ufo bzw. die betroffenen Funktionäre die Forderungen als "absurd" zurück. Es wäre ein Modell der "leeren Dienstpläne" vereinbart worden, da aufgrund der Vielzahl an Verhandlungstermine mit Lufthansa eine Dienstplanerstellung nicht möglich gewesen wäre, so Ufo gegenüber dem Portal. Eine schriftliche Vereinbarung darüber schloss man mit Lufthansa darüber allerdings nicht ab.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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