Lufthansa-Crews senken Daumen über Spohr

60 Prozent der Flugbegleiter vermissen Ehrlichkeit beim Konzernchef.

Lufthansa-CEO Carsten Spohr: Wenig schmeichelhaftes Urteil der Mitarbeiter (Foto: Lufthansa).

Die Stimmung im Lufthansa-Konzern ist denkbar schlecht. Dies legt eine Befragung der Kranich-Flugbegleiter an den Drehkreuzen Frankfurt und München nah, über die „Spiegel Online“ berichtet. Das Meinungsbild fußt auf den Aussagen von 60 Prozent der Kabinen-Crews der Lufthansa.

Demnach funktioniert die Zusammenarbeit mit den direkten Vorgesetzten noch relativ geht. Düster sieht es laut „Spiegel Online“ dagegen bei der Bewertung des Konzernvorstands um Lufthansa-Chef Carsten Spohr aus. Rund 60 Prozent der Befragten meinten, dass es die Führungsriege um den CEO an Ehrlichkeit im Umgang mit den Flugbegleitern mangeln ließen.

Im vergangenen Jahr war Spohr in der Öffentlichkeit in Zusammenhang mit seinen Bordmitarbeitern vor allem durch einen Zickzackkurs gegenüber der Gewerkschaft UFO und die Entmachtung von Personalchefin Bettina Volkens aufgefallen: Erst lehnte der Konzern jegliche Verhandlungen mit der Gewerkschaft ab und stellte deren Status infrage; nach Monaten des Säbelrasselns lenkte Lufthansa ein, zieht unter anderem die Klage zurück, nur um wenige Tage später den gefundenen Kompromiss öffentlich anzuzweifeln.

In der Befragung finden die Crews deutliche Worte: Der Konzernvorstand bringe den eigenen Kabinencrews "keine Wertschätzung" und "kein Vertrauen" entgegen, konstatieren die Mitarbeiter. Eine "langfristige Arbeitsbeziehung scheint nicht mehr gewünscht" und würde nicht mehr "gelebt".

Kritik am A320neo
Doch nicht nur die Führungsriege um CEO Spohr wird schlecht bewertet. Fast 60 Prozent der Flugbegleiter kritisierten zudem die Ausrüstung der Jets. Damit könne kein guter Service für die Kunden sichergestellt werden. Zudem würden Reparaturen oft nicht zeitnah und nur unzureichend ausgeführt. Laut Bericht würden Spiegel nur provisorisch an die Wand geklebt, in den Küchen gebe es öfter kein Heißwasser und auch die Toiletten fielen viel zu häufig aus.

Besonders ein Flugzeugtyp fällt bei den Mitarbeitern negativ auf: das spritsparende Modell A320neo. Lufthansa betreibt aktuell 20 der Flieger, 60 weitere sind bestellt. Doch die Kabine sei viel zu eng, urteilen die Flugbegleiter. Dadurch fehle es an Stauraum, was wiederum Aggressionen bei den Reisenden schüre. Kabinenmitarbeiter seien zu einem Stoßdämpfer zwischen dem Kunden und dem Vorstand geworden.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

    Special Visitors

    Danish Air Transport / OY-RUE
    LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter / D-ABQA
    British Airways / G-EUPJ
    Windrose Airlines / UR-DNT
    Jet2.com / G-JZHY
    SAS / OY-KAM
    Jet2.com / G-JZHL

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann