Lufthansa beruft Gewerkschaftsgipfel ein

UFO, Verdi und IGL für Mittwoch einbestellt. 

Airbus A350-900 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Lufthansa-Chef Carsten Spohr lädt die drei konkurrierenden Gewerkschaften UFO, Verdi und Cabin Union (IGL) am morgigen Mittwochabend zu einem Spitzengespräch ein. "Die verfahrene Situation in der Kabine, die in dieser Woche zu einem weiteren Arbeitskampf zu führen droht, ist weder unseren Mitarbeitern noch unseren Kunden länger zumutbar", schreibt der Vorsitzende der Airline-Gruppe in Briefen an die Arbeitnehmervertreter. "Eine Lösung kann nur im Dialog liegen."

Die Cabin Union der IGL will an dem Gespräch teilnehmen. Man blicke den "morgigen konstruktiven Gesprächen gespannt entgegen", sagte ein Sprecher zu AviationNetOnline. UFO lässt eine Teilnahme offen. "Auch wenn der Weg über die Öffentlichkeit und der Verteilerkreis vermuten lässt, dass das Ganze eine reine PR-Maßnahme ist, halte ich es für richtig, dass Spohr als Konflikttreiber auch derjenige ist, der nach einem Ausstieg sucht. Anders als Spohr werden wir nicht über die Presse antworten, sondern seinem Büro kommunizieren", so Chefin Sylvia de la Cruz zu unserer Redaktion. Verdi war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vermutlich wird man dort die Einladung Spohrs genau abwegen. Verdi befindet sich aktuell schon in Gesprächen mit Lufthansa über eine Tariflösung für die Kabinenmitarbeiter.  Noch gilt dort allerdings der Kontrakt von UFO. Unter anderem weil Lufthansa allerdings Verhandlungen mit ihrem langjährigen Sozialpartner verweigert, hat UFO für Ende der Woche zu einem zweitägigen Streik aufgerufen.

Stabilitätskriterien ausgesetzt

Dabei hatte Lufthansa kurz vorher angekündigt, mit UFO wieder verhandeln zu wollen - und zwar Mitte Februar, wenn ein neuer Vorstand gewählt ist. Schon jetzt könnten Sondierungen beginnen, sagte ein Sprecher zu AviationNetOnline.  UFO lehnt das Angebot als "Finte für die Öffentlichkeit" ab und verweist darauf, dass der Konzern nach wie vor gerichtlich den Gewerkschaftsstatus von UFO überprüfen lässt. 

Gleichzeitig versucht der Konzern an allen Ecken und Enden die Auswirkungen des Streiks gering zu halten. Am Mittwochnachmittag soll ein Sonderflugplan veröffentlicht werden und betroffene Kunden können kostenlos umbuchen. Daneben hat Lufthansa eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Ausstände zu stoppen. Laut UFO wird den Vorsitzenden de la Cruz und Daniel Flohr mit Ordnungshaft gedroht. Eine Anhörung dazu ist für Mittwochmorgen geplant.

Außerdem sind für diese Woche die Stabilitätskriterien in der Kabine außer Kraft gesetzt worden. Demnach kann der Konzern ohne einen Vorlauf von 96 Stunden und ohne die Zustimmung der Mitarbeiter rigoros in die Flugpläne eingreifen. Dies betrifft freie Tage der Flugbegleiter und Schichtänderungen von mehr als vier Stunden, heißt es in einer internen Mitteilung des Konzerns. Gleichzeitig sollen sich Mitarbeiter, die nicht streiken wollen, melden.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

    Special Visitors

    Zimex Aviation / HB-ALN
    Vueling Airlines / EC-NAJ
    Lufthansa / D-AIHZ
    Rossiya Airlines / VQ-BAS
    Air China / B-2035
    Etihad Airways / A6-BLV
    TUI Airlines Belgium / OO-JAF

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann