LSG mit massiven Verlusten

Die Catering-Tochter der Lufthansa will ihre Kosten um 30 Prozent senken.

LSG-Cateringtrucks am Flughafen Frankfurt (Foto: Martin Metzenbauer).

Die Coronakrise und die damit verbundene weitgehende Einstellung des globalen Flugverkehrs haben sich auch drastisch auf das Catering-Geschäft der LSG Group und damit auch auf das erste Halbjahresergebnis 2020 ausgewirkt: Die Umsatzerlöse sanken gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 50 Prozent auf 814 Millionen Euro. Das Adjusted EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) sank entsprechend auf minus 195 Millionen Euro (Vorjahr: 33 Millionen Euro). Als kurzfristige Maßnahmen zur Begrenzung der finanziellen Auswirkungen hat das Unternehmen unter anderem Projekt- und Einstellungsstopps, Kurzarbeit sowie vorübergehende Betriebsschließungen umgesetzt.

"Die Coronakrise stellt uns vor extrem große Herausforderungen, die es so in unserer Unter- nehmensgeschichte noch nie gab," erklärte Chief Financial Officer Kristin Neumann. "Dank unserer soliden Liquiditätslage und unserer kurzfristig umgesetzten Maßnahmen zur Liquiditätssicherung konnten wir erste Umsatz- und Ergebniseinbrüche abfedern. Wir wissen jedoch alle nicht, wie lange diese Krise noch anhalten wird, und es ist offensichtlich, dass uns nur langfristige Lösungen dabei helfen werden, unsere Kosten nachhaltig zu senken und gleichzeitig dem Unternehmen mehr Flexibilität - und eine Zukunft - zu geben."

Die LSG Group will daher ihre Gesamtkosten weltweit um mindestens 30 Prozent senken. Dies soll im Rahmen eines Zukunfts-Projekts namens "Levante" geschehen, mit dem die LSG Group das Unternehmen durch die Coronakrise navigieren und gleichzeitig ihre Geschäftsstrategie nachhaltig weiterentwickeln möchte. "Ziel des Projekts ist, unser Unternehmen mittelfristig hinsichtlich der Größe seiner Organisation und seines Netzwerks zu optimieren und an die veränderten Marktbedingungen - mit weniger Flügen und geringeren Passagier- und Servicevolumen - anzupassen," so Chief Executive Officer Erdmann Rauer. "Langfristig verändern wir damit auch unser Angebot im Hinblick auf die 'neue Normalität' und wollen aktiv einen Wandel in der Airline Catering-Industrie herbeiführen. Wir sehen, dass unsere Kunden bereit sind für Veränderungen - und wir stehen mit unseren MitarbeiterInnen bereit, sie dabei zu unterstützen."

Was genau "Levante" bedeuten wird und wie man diese Kostensenkungen bewerkstelligen möchte, hat die LSG Group noch nicht ausgeführt. Der Catering-Konzern aus dem Lufthansa-Verbund hat sich bereits vor Corona im Umbruch befunden: So wurde erst vor einigen Monaten das Europa-Airline-Catering an den Konkurrenten Gategroup verkauft.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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