Litauen, Polen und die Slowakei kontrollieren Italien-Reisende schärfer

Formulare müssen ausgefüllt werden. Bei Flügen mit einem italienischen Zielflughafen muss zwingend nach Rom-FCO oder Mailand-MXP ausgewichen werden, wenn sich an Bord Symptome zeigen oder ein Passagier in den letzten zwei Wochen in China war.

Flughafen Mailand-Linate (Foto: www.AirTeamImages.com).

Rund um das Coronavirus greifen nun die ersten europäischen Staaten zu erheblichen Sicherheitsmaßnahmen. Italien legte in der NOTAM 1A574/20 fest, dass wenn sich an Bord mindestens eine Person befindet, die Symptome zeigt oder sich innerhalb der letzten 14 Tage in der Volksrepublik China aufgehalten haben, ausnahmslos zu den Flughäfen Mailand-Malpensa und Rom- Fiumicino umgeleitet werden müssen. Dies gilt für sämtliche Airlines, die einen italienischen Flughafen als Ziel haben.

Reisende, die ab Italien nach Polen oder Litauen fliegen wollen, müssen direkt am Boardingate ein so genanntes „Public Health Passenger Locator Declaration“-Formular ausfüllen. Dieses muss nach der Landung an das Flughafenpersonal übergeben werden. Was anschließend mit den Daten geschieht oder wofür diese verwendet werden, geht aus der NOTAM nicht hervor.

Passagiere, die von Italien in die Slowakei fliegen, müssen ein so genanntes „Public Health Passenger Locator“-Formular ausfüllen. Dieses wird am Gate ausgegeben und muss von der Crew abgesammelt werden und unmittelbar nach der Landung an das Flughafenpersonal übergeben werden. Das Aussteigen der Passagiere darf erst nach Übergabe der ausgefüllten Formulare und Freigabe durch das Airportpersonal erfolgen. Zusätzlich muss der Kapitän ein so genanntes „General Health Declaration“-Formular ausfüllen und dieses ebenfalls übergeben. Auch im Fall der Slowakei ist es unklar was mit den Daten geschieht.

Ebenso ist noch nicht klar was Passagieren blüht, die sich weigern die Formblätter von Polen, Litauen oder der Slowakei auszufüllen. Theoretisch könnte im Extremfall eine Verweigerung der Einreise erfolgen, was zur Folge hätte, dass unverzüglich eine Rückschaffung nach Italien erfolgen könnte. Dies könnte sich allerdings bei eigenen Staatsbürgern erweisen. Trotz Schengen-Raum ist eine Zurückweisung von EU-Bürgern grundsätzlich möglich, wird jedoch im Normalfall nur mit äußerst triftigem Grund, wie beispielsweise aufgrund eines Aufenthaltsverbots, das vorangegangener Straftaten resultieren kann, praktiziert.

Andere Staaten, insbesondere Deutschland und Österreich, haben zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch keine vergleichbaren Maßnahmen erlassen. Polen, Litauen und die Slowakei sind nach aktuellem Stand die ersten EU-Länder, die Italien-Reisende genauer unter die Lupe nehmen und zu bürokratischen Maßnahmen greifen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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