Level-Crews demonstrierten für ihre Jobs

Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Level Europe appellierten an die österreichische Bundesregierung.

Mit vier Luftballons machten die Level-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass von jedem ihrer Jobs vier andere abhängen (Foto: Arno Senoner).

Nach Laudamotion vor ein paar Wochen zogen am Mittwochvormittag die Kolleginnen und Kollegen von Level demonstrierend in Richtung Wiener Innenstadt. Im Gegensatz zum Mitbewerber ging es hier allerdings nicht um den Abschluss eines Kollektivvertrags, sondern um das Überleben des Unternehmens selbst. Die Level Europe GmbH hat ja am 19. Juni 2020 am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren beantragt. Die Ursache dafür liegt im Quasi-Umsatzstopp durch die Corona-Krise - trotz Kostensenkungsmaßnahmen, Kurzarbeit und den offenbar erfolglosen Bemühungen um staatliche Unterstützung war die Konkursantragstellung "alternativlos", wie der KSV1870 mitteilte.

Trotz des Insolvenzantrages geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Level nicht auf: Am Mittwoch trafen sich rund 150 der knapp 200 an der Basis Wien Angestellten der Airline, um einen Appell an die österreichische Bundesregierung zu richten. Level-Europe-Betriebsratsvorsitzender Harald Kleedorfer forderte dabei die Regierung zu einem Gesprächstermin auf, um gemeinsam zu beraten, wie das Unternehmen und die Arbeitsplätze doch noch in Österreich gehalten werden könnten.

Bei der Kundgebung vor dem Kanzleramt hatten alle TeilnehmerInnen jeweils 4 Luftballons in den Händen gehalten. Diese Aktion sollte symbolisieren, dass - wie Studien belegen - jeder Arbeitsplatz bei einer Airline direkt vier weitere Arbeitsplätze in Österreich schafft. "Die Rettung unserer 200 Arbeitsplätze würde daher eine Vielzahl an weiteren Beschäftigten in Österreich Jobsicherheit geben", erklärte Kleedorfer.

Airbus A321 in den Farben von Level (Foto: Level).

Der Betriebsratsvorsitzende erinnerte auch an die Worte von Bundeskanzler Sebastian Kurz vom März 2020: "Unser Zugang, der ist klar. Wir wollen alles Menschenmögliche tun, um Arbeitslosigkeit und Zahlungsunfähigkeit in Unternehmen zu verhindern. Unser Zugang ist: Koste es, was es wolle, um österreichische Arbeitsplätze zu retten", sagte der Bundeskanzler seinerzeit.

Ob dieses "Koste es was es wolle" auch für die Angestellten der Level Europe GmbH gilt, werden wohl die nächsten Tage zeigen. Um riesige Summen geht es bei der (relativ kleinen) Airline jedenfalls nicht: Die Verbindlichkeiten belaufen sich - ohne Rückzahlungen von nichtgeflogenen Tickets - auf 12,3 Millionen Euro, denen 8,4 Millionen Euro an Aktiva gegenüber stehen.

Level hat unter dem damaligen Firmennamen Anisec im Sommer 2018 den Flugbetrieb aufgenommen und zuletzt sechs Flugzeuge der Airbus-A320-Familie betrieben. Ursprünglich wollte man heuer bereits mit 15 Maschinen unterwegs sein - wohl nicht zuletzt durch die rege Konkurrenztätigkeit in Wien wurden die Pläne (schon vor Corona) deutlich zusammengestutzt.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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