Laudamotion schließt Stationen Graz und Salzburg

Frankfurt/Main, Nürnberg und Hamburg werden nebst Köln/Bonn und Berlin-Tegel an Ryanair übergeben.

Foto: Jan Gruber.

Laudamotion wird im Sommerflugplan 2019 nach Köln/Bonn und Berlin-Tegel auch Frankfurt/Main, Hamburg und Nürnberg an Ryanair übergeben. Das bedeutet, dass jene Routen, die bislang von den Österreichern unter OE-Flugnummern angeboten würden, künftig durch die irische Muttergesellschaft mit FR-Codes bedient werden. Die Umstellungen finden zu Beginn der Sommerflugplanperiode 2019 statt. Geschäftsführer Andreas Gruber bestätigte dies gegenüber Austrian Aviation Net.

In Österreich wird die Ryanair-Tochter die Stationen in Graz und Salzburg schließen. Hier hat man zwar kein Fluggerät stationiert, jedoch Personal. Am 17. Oktober 2018 wurden die betroffenen Laudamotion-Mitarbeiter von Geschäftsführer Andreas Gruber und Personalchef Christian Euler-Rolle schriftlich informiert. Das Schreiben liegt Austrian Aviation Net vor. Darin ist u.a. zu lesen: "Die finanzielle Situation unseres Unternehmens ist herausfordernd, wir erwarten im ersten Jahr einen Verlust in der Höhe von ca. EUR 150 Mio. und hohe Treibstoffkosten (derzeit $85pbl) zwingen uns, Entscheidungen für eine produktive und wirtschaftliche Planung umzusetzen. Insbesondere haben die hohen Flughafenkosten in SZG und GRZ dazu geführt, dass wir bereits seit Beginn unserer Gründung gar kein Flugzeug dort stationiert haben. Auch in Zukunft sehen wir hier leider keine Entwicklungsmöglichkeiten. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, gehen aber davon aus, dass dies auch in den kommenden Jahren so beibehalten wird. Daher wird ein Beschäftigungsbedarf in unserem Unternehmen für deine bisherige Tätigkeit wegfallen und wir können den Einsatzort Salzburg bzw. Graz nicht mehr als deinen Einsatzort anbieten."

Die betroffenen Laudamotion-Mitarbeiter sollen im Rahmen von zwei Informationsveranstaltungen über weitere Beschäftigungsmöglichkeiten in Wien, Düsseldorf und Stuttgart informiert werden. "Da wir jedoch an den Stationen VIE, STR und DUS weiterhin Bedarf für deine Tätigkeit haben, würden wir dich an einer dieser Stationen gerne begrüßen und dir ein entsprechendes Angebot unterbreiten, damit du auch in Zukunft ein Teil des Laudamotion Team bleibst", ist dazu weiters zu lesen.

Firmenchef Andreas Gruber bestätigte gegenüber Austrian Aviation Net die Echtheit des Mitarbeiter-Anschreibens und den Umstand der Stationsschließungen von Salzburg und Graz. Auch sagte er, dass hier bislang lediglich Personal, jedoch kein Fluggerät gebased ist. "Wir brauchen die Mitarbeiter und wollen sie auch auf jeden Fall im Unternehmen halten, aber ab Graz und Salzburg sehen wir keine Entwicklungsmöglichkeiten", so der Laudamotion-Geschäftsführer. "Wir werden Palma auch weiterhin ab den beiden Flughäfen anbieten, jedoch stationieren wir dazu kein Personal mehr in Graz und Salzburg, sondern in Wien, Düsseldorf und Stuttgart."

Palma-Basis wird mit Ryanair-Flugzeugen betrieben

Die von ihm angekündigte Basis in Palma de Mallorca wird nicht mit Laudamotion-Fluggerät aufgebaut, sondern zunächst mit den Ryanair-Wetlease-Flugzeugen. "Wir werden zu Beginn die von Ryanair betriebenen Boeing 737 ab Palma einsetzen. Das heißt, dass die Wetlease-Flugzeuge dies Basis in Palma werden. Spekulationen, dass wir unser Personal auf Mallorca stationieren wollen und diesem spanische Arbeitsverträge verpassen wollen, stimmen nicht. Das ist definitiv nicht der Fall", so Gruber. 

Die Laudamotion-Palma-Flüge ab Paderborn, Münster/Osnabrück, Hannover, München, Basel sowie Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck sind derzeit im Sommerflugplan 2019 noch nicht buchbar. Laut Andreas Gruber sollen diese in den nächsten Tagen zur Buchung freigegeben werden. Es wird sich dabei um OE-Flüge handeln, wie der Manager weiters erklärte. Angesprochen darauf, dass für den bislang veröffentlichten Sommerflugplan 2019 "never ever 18 eigenbetriebene Jets plus Wetleaseflugzeuge von Ryanair benötigt würden", sagte Gruber: "Da kommt noch viel mehr in den nächsten Wochen. Wir haben noch nicht den gesamten Sommerflugplan 2019 veröffentlicht."

Der erste Airbus A320 in neuer Livery wird Mitte November diesen Jahres in Dienst gestellt werden. Das Flugzeug wird die Registrierung OE-LOB tragen, wie Gruber ebenfalls bestätigte. Weiters werden bis Sommer 2019 noch 18 weitere A320 eingeflottet werden, wobei im Gegenzug neun Flugzeuge an Lufthansa zurückgegeben werden, so dass Laudamotion im kommenden Jahr mit 19 eigenbetriebenen A320 in der Luft sein wird. Weiters werden vier Boeing 737-800 von Ryanair im Rahmen eines ACMI-Vertrags betrieben werden, so dass Laudamotion insgesamt über 23 Flugzeuge verfügen wird.

Autor: René Steuer
Redakteur
René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.
    Autor: Jan Gruber
    Leitender Redakteur
    Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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