Lauda will neuen Kollektivvertrag verhandeln

Geschäftsleitung informierte die Belegschaft, dass das Arbeitsmarktservice Niederösterreich die Kurzarbeit für das fliegende Personal für April, Mai und Juni 2020 bewilligt hat.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Am Mittwoch informierten die Lauda-Geschäftsführer David O’Brien und Andreas Gruber die fliegenden Mitarbeiter der Basis Wien offiziell darüber, dass das Arbeitsmarktservice Niederösterreich die Kurzarbeit für die Kalendermonate April, Mai und Juni 2020 bewilligt hat. Dem vorangegangen ist ein Machtkampf, den sich die Gewerkschaft Vida und die Geschäftsleitung der Fluggesellschaft lieferten.

Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich nahm die Einzelvereinbarungen, die nach Angaben der Airline von allen 559 Bediensteten des fliegenden Personals der Basis Wien unterschrieben wurden, an. Vida vertrat die Ansicht, dass eine Betriebsvereinbarung mit dem von der Geschäftsführung nicht anerkannten Betriebsrat notwendig ist. Die Behörde folgte der Rechtsmeinung der Gewerkschaft nicht.

Im jüngsten Rundschreiben fordern David O’Brien und Andreas Gruber die Belegschaft auch dazu auf, dass diese nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen umgehend einen neuen Betriebsrat wählen sollen. In weiterer Folge will man Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag aufnehmen, wobei dieser zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft abgeschlossen werden muss. Der aktuell gültige KV, der jedoch für Dienstverhältnisse, die nach dem 10. Jänner 2020 geschlossen wurden einseitig nicht mehr angewandt wird, wurde erst im Herbst 2018 vereinbart.

Wenig überraschend ist die Lauda-Geschäftsleitung bezüglich der Wiederaufnahme der Linienflüge äußerst zurückhaltend, da derzeit kein konkreter Termin zur Lockerung der behördlichen Reisebeschränkungen absehbar ist. Andreas Gruber und David O’Brien schreiben an ihr fliegendes Personal, dass man derzeit verschiedene Strecken und Frequenzen prüft. Wie viele Flugzeuge im Sommer 2020 im Einsatz sein werden, ist momentan noch nicht absetzbar. Das Schreiben deutet stark darauf hin, dass Lauda derzeit vorsorglich verschiedene Szenarien vorbereitet, da die Aufhebung der Reisebeschränkungen nicht absehbar ist.

Man geht aber davon aus, dass einige Maschinen möglicherweise bis Sommer 2021 am Boden bleiben könnten, da zahlreiche Strecken wahrscheinlich im heurigen Jahr nicht mehr wiederaufgenommen werden können. Somit geht Lauda davon aus, dass zu einer schrittweisen Lockerung der Reisebeschränkungen kommen wird und gegebenenfalls erst im Sommer 2021 wieder eine vollständige internationale Reisefreiheit bestehen könnte. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz rechnet damit, dass dieser Zustand erst dann eintreten wird, wenn ein wirksamer Impfstoff international verfügbar ist. Dies könnte noch ein Jahr oder länger dauern.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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