Lauda-Mitarbeiter kündigen Demonstration vor der Vida-Zentrale an

Mit der Gewerkschaft will man eine Lösung finden und damit einen letzten Anlauf für den Erhalt der 370 Jobs bei Lauda sowie rund 250 bei der Leiharbeitsfirma Crewlink unternehmen.

Airbus A320 (Foto: Lauda).

Am Montag wollen zahlreiche Mitarbeiter der Fluggesellschaft Lauda eine Kundgebung vor der Zentrale der Gewerkschaft Vida abhalten. Diese wurde bereits behördlich angemeldet und bewilligt. Vor Ort will man mit dem Leiter des Fachbereichs Luftfahrt, Daniel Liebhart, eine Lösung finden, die den Erhalt der Lauda-Basis Wien und den damit verbundenen Jobs doch noch sicherstellen könnte. Die Geschäftsführung des Unternehmens deutete bereits am Freitag an, dass die Entscheidung bereits gefallen ist und nicht mehr revidiert wird. Das Personal hofft, dass sprichwörtlich Fünfnachzwölf noch eine Einigung erzielt wird.

Von den Kündigungen betroffen sind rund 370 fest bei Lauda angestellte Mitarbeiter und etwa 250 weitere Flugbegleiter und Piloten, die über die österreichische Zweigniederlassung der Leiharbeitsfirma Crewlink beschäftigt sind. Das Ausmaß des Jobverlustes ist also deutlich höher als bislang vom Unternehmen kommuniziert. Unter der Führung des Base-Supervisors des Kabinenpersonals der Basis Wien, Paulo Patena, unternehmen die Lauda- und Crewlink-Mitarbeiter nun einen letzten Versuch, um die Jobs zu retten. „Vielleicht sieht man uns am Montag das letzte Mal in unseren Uniformen“, so Patena. In einem offenen Brief, den der Flugbegleiter auch AviationNetOnline überreichte, werden die Ziele der Kundgebung und der beabsichtigten Lösungsfindung mit Vida konkretisiert. Das Schreiben kann im Original unter diesem Link heruntergeladen werden.

„Die Demonstration findet von 9:00 bis 17:00 Uhr statt und hat das Ziel, gegen die Nichtunterschrift von Vida des Kollektivvertrags zu protestieren. Wir wollen wissen weshalb der Wille der Mehrheit der Besatzung in Wien missachtet wird. Wir möchten von Herrn Daniel Liebhart, 2 Mitgliedern der Flugbesatzung und 2 Mitgliedern der Kabinenbesatzung von möglich, empfangen werden, um ihre Bedenken in Bezug auf diesen Kollektivvertrag zu verstehen und unsere eigenen Bedenken darzulegen“, so der Base-Supervisor des Wiener Kabinenpersonals. „Wir erwarten, dass 200 Besatzungsmitglieder und ihre Familien, die ebenfalls von diesem Problem betroffen sind, an diesem friedlichen Protest teilnehmen werden.“

Auch die rund 250 über Crewlink beschäftigten Mitarbeiter sind von den Kündigungen betroffen. Patena betont, dass Zusammenhalt herrscht und „auch Crewlink-Kollegen an der Kundgebung teilnehmen werden. Als Kollegen halten wir zusammen“. Von der Lauda-Geschäftsführung habe man kein Signal erhalten, ob die Kündigungen im Falle dessen, dass die Gewerkschaft Vida den Kollektivvertrag doch noch unterschrieben sollte, zurückgezogen werden könnten. Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber betonte am Freitag, dass die Entscheidung gefallen ist und die Gewerkschaft „ausreichend Zeit gehabt habe“.

„Wir hoffen, dass mit dieser Demonstration der Mitarbeiter ein Zeichen gesetzt werden kann und es uns gelingt die Situation zu lösen. Die Hoffnung besteht“, so Patena. Die Lauda-Geschäftsführung betrachte den Fall derzeit als „abgeschlossen“ und habe mit der Kundgebung vor der Vida-Zentrale nichts zu tun. Es wäre eine Eigeninitiative der Lauda- und Crewlink-Mitarbeiter.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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