Lauda: Mehrere hundert Teilnehmer bei Demo

Geschäftsführung richtet offenen Brief an Gewerkschaft und Wirtschaftskammer und droht mit Ryanair.

Der Demonstrationszug bewegte sich vom Parlament über den Ballhausplatz in Richtung Rathaus (Foto: Jan Gruber).

Wie angekündigt haben sich am heutigen Dienstag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lauda bzw. der Personalleasingfirma Crewlink zu einer Demonstration in der Wiener Innenstadt versammelt. Mehrere hundert Angestellte - darunter viele Pilotinnen und Piloten sowie Flight Attendants - protestierten dabei gegen die Weigerung der Gewerkschaft Vida, den Entwurf für den Kollektivvertrag zu unterzeichnen.

Zeitgleich mit der Demo wurde von den beiden Lauda-Geschäftsführern Andreas Gruber und David O'Brien ein (auf Englisch verfasster) offener Brief an die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und die Gewerkschaft Vida geschickt. Darin wird unter anderem das Entgegenkommen der Fluggesellschaft zu den Gewerkschafts-Forderungen thematisiert (zu diesem Thema hat AviationNetOnline heute einen zusammenfassenden Artikel gebracht). Enthalten ist diesem Brief auch der Appell an die Gewerkschaft, den letzten Entwurf für den Kollektivvertrag zu unterschreiben. Änderungen werde es aber von Seiten der Fluggesellschaft nicht geben, machen die beiden Geschäftsführer klar.

Sollte die Gewerkschaft nicht unterschreiben, werde Ryanair ab 4. Juni 2020 in Wien aktiv werden - Vida würde dabei nicht anerkannt und hätte keinen Einfluss, heißt es in dem Brief weiter. Dem Vernehmen nach soll Ryanair planen, mehr als 60 Routen von Wien aus anzusteuern.

Geschätzt rund drei- bis vierhundert Personen sollen an der Demo teilgenommen haben (Foto: Jan Gruber).

Kritisch zur Demonstration äußerte sich die (von der Unternehmensführung nicht anerkannte) Lauda-Betriebsratsvorsitzende Kerstin Hager: "Ich bin erschüttert, in welcher Form das Unternehmen die Belegschaft vor seinen Karren zu spannen versucht, um sie für seine Propagandazwecke zu missbrauchen", erklärte Hager. Kolleginnen und Kollegen des Bordpersonals hätten die Betriebsratsvorsitzende zuvor informiert, dass es in den Tagen vor der Demo von den Organisatoren geheißen habe, eine Demoteilnahme werde seitens des Unternehmens mit Wohlwollen aufgenommen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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