Lauda fordert Unterstützung für alle österreichischen Airlines

Carrier wird selbst Beihilfen beantragen.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Geschäftsleitung der österreichischen Fluggesellschaft Lauda appelliert an die Bundesregierung, dass finanzielle Unterstützung in Folge der Corona-Pandemie allen heimischen Luftfahrtunternehmen gewährt werden muss. Es wäre wettbewerbsrechtlich untragbar, wenn ausschließlich Austrian Airlines mit Steuergeldern gestützt werden würde und die Mitbewerber Level Europe, Peoples, Eurowings Europe und Lauda nichts bekommen würden. Konkrete Anzeichen, dass ein solches Verhalten in Erwägung gezogen werde, habe man nicht. Mit der für die Corona-Beihilfen zuständigen Stelle steht auch Lauda in engem Kontakt und beantragt selbst auch Unterstützung.

Lauda weist in einer Aussendung auch darauf hin, dass Austrian Airlines eine Tochtergesellschaft von Lufthansa ist und damit vollständig in deutschem Eigentum steht. Lauda ist eine Tochter der irischen Ryanair. Beide Firmen sind in Österreich tätig und beschäftigten ihr Personal in der Alpenrepublik und entrichten hier auch ihre Steuern und Sozialabgaben.

In einem Brief an Finanzminister Gernot Blümel wies  der Carrier auch darauf hin, dass, wenn die in deutschem Besitz befindlichen Austrian Airlines österreichische staatliche Beihilfen erhalten sollte, Lauda, deren Größe in etwa zwei Drittel der AUA ist und der irischen Fluggesellschaft Ryanair gehört, eine ähnliche Unterstützung für staatliche Beihilfen auf transparenter Basis erwarten soll und zwar auf einer nichtdiskriminierenden Grundlage zur Einhaltung der EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen.

„Wir glauben nicht, dass Lufthansa staatliche Beihilfen von österreichischen Steuerzahlern erhalten sollte, genauso wie wir nicht glauben, dass Ryanair staatliche Beihilfen von österreichischen Steuerzahlern erhalten sollte. Beide Fluggesellschaften haben, wie alle anderen österreichischen Unternehmen eine transparente und diskriminierungsfreie kurzfristige Lohn- und Gehaltsunterstützung beantragt und sollten diese erhalten. Sollte die deutsche Lufthansa-Gruppe jedoch staatliche Beihilfen von österreichischen Steuerzahlern erhalten, müssen diese österreichischen Steuerzahler auch der im irischen Eigentum befindlichen Lauda ähnliche und verhältnismäßige Subventionen gewähren, da unsere Mitarbeiter, die alle österreichische Steuerzahler sind, Anspruch auf die gleiche faire Behandlung im Rahmen der EU-Beihilferegeln wie Mitarbeiter von Austrian Airlines. Jede Unterstützung durch die österreichische Regierung muss nach den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen allen Fluggesellschaften in Österreich auf gleicher, transparenter und nichtdiskriminierender Basis gewährt werden. Die hart geschröpften österreichischen Steuerzahler sollten weder die deutsche Lufthansa noch die irische Ryanair subventionieren", so Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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