Lauda bringt erneute Frühanmeldung beim AMS ein

Vorsitzende des von der Geschäftsleitung nicht anerkannten Betriebsrats wurde diesmal informiert.

Foto: Jan Gruber.

Nachdem das Arbeitsmarktservice Niederösterreich die in der Vorwoche eingebrachte Frühanmeldung für das gesamte fliegende Lauda-Personal mittels Bescheid abgelehnt hatte, wurde die Anmeldung seitens der Geschäftsleitung erneut übermittelt. Diesmal allerdings hat man laut einem internen Rundschreiben die Vorsitzende des weiterhin nicht anerkannten Betriebsrats darüber informiert. Die erste Meldung scheiterte genau daran.

Weiters fordern die Geschäftsführer Andreas Gruber und David O’Brien die Gewerkschaft Vida nochmals zur Unterfertigung der Sozialpartnervereinbarung auf. Daraus geht hervor, dass die Arbeitnehmervertreter entgegen den Rundschreiben, die am Mittwochabend verschickt haben, dieses Dokument eben nicht unterschrieben hatten. Sollte die Kurzarbeit nicht realisiert werden können, wird man das gesamte fliegende Personal kündigen.

Auch erklären die beiden Lauda-Chefs in ihrem Anschreiben, dass aufgrund der Situation rund um Corona davon auszugehen ist, dass im Sommer 2020 weniger Flugzeuge als ursprünglich geplant ab Wien im Einsatz sein werden. Dies könnte einen Personalabbau nach sich ziehen. Konkret geht man davon aus, dass beim Wiederanlaufen des Flugbetriebs weniger Nachfrage bestehen wird und daher weniger Piloten und Flugbegleiter benötigt werden.

Gegenüber der Belegschaft betonen die beiden Geschäftsführer, dass man das österreichische Recht zu jedem Zeitpunkt eingehalten habe. In diesem Zusammenhang verweist man auf das Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Betriebsratswahl, dessen Ausgang noch vollkommen offen ist. Namentlich wird in dem Umschreiben wiederholt der Vorwurf erhoben, dass Vida und die Vorsitzende des von der Firmenleitung nicht anerkannten Betriebsrats die Kurzarbeit blockieren wollen.

Noch vor dem Rundschreiben der Lauda-Geschäftsleitung informierte die Gewerkschaft Vida das fliegende Personal wie folgt: „Nach unserem Informationsstand hat das Lauda Management bisher noch immer nicht die offenen Punkte zur Arbeitszeit und Co beim AMS versucht zu klären. Wir ersuchen das Unternehmen, umgehend die offenen Punkte zur Arbeitszeit zu klären und die offenen Unterlagen für die Kurzarbeitsförderung beim AMS einzubringen. Von unserer Seite wurden alle Hausaufgaben erledigt. Über die letzten Tage hat das Unternehmen jede Instanz ausgeschöpft, um Druck auszuüben, damit möglichst schnell die Kurzarbeit bewilligt wird. Jetzt schafft es die Geschäftsführung anscheinend nicht, das AMS zu kontaktieren, um die letzten inhaltlichen Fragen aus der Welt zu schaffen.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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