Lauda bittet Bundeskanzler Kurz um Vermittlung

Parkgebühren und Gesprächsverweigerung der Gewerkschaft Vida.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Geschäftsleitung der Fluggesellschaft Lauda wendet mit einem Schreiben an den österreichischen Bundeskanzler, Sebastian Kurz (ÖVP) und kritisiert darin unter anderem das Verhalten der Gewerkschaft Vida, die sämtliche Gespräche mit Lauda, aber auch Austrian Airlines verweigert. Gegenüber dem Kurier sagte Vida-Chef Roman Hebenstreit, dass man mit diesen beiden „ausländischen Airlines“ nicht verhandeln würde.

David O’Brien und Andreas Gruber, beide Geschäftsführer der Fluggesellschaft Lauda, schreiben an den österreichischen Bundeskanzler, dass ihrer Ansicht nach die Gesprächsverweigerung der ÖGB-Teilgewerkschaft Vida untragbar ist. Dies auch insbesondere vor dem Hintergrund, dass europaweit rund 30 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen an diverse Airlines fließen sollen und beispielsweise Lauda mit diesen künftig im Wettbewerb stehen würde. Zum Erhalt der Arbeitsplätze ist aus Sicht der Geschäftsführung des Carriers wichtig, dass ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen wird. Auch gegenüber Sebastian Kurz äußerten die beiden Lauda-Manager, dass wenn es zu keinem Abschluss eines neuen Kollektivvertrags bis zum 21. Mai 2020 kommen sollte, dass dann die Wiener Airbus-Basis geschlossen werden muss. Es würde zum Verlust der Arbeitsplätze kommen. Daher bitten die Lauda-Geschäftsführer den heimischen Bundeskanzler um Vermittlung, so dass Gespräche und der Abschluss des Kollektivvertrags und damit die Rettung der Jobs erfolgen können.

Ein weiterer Punkt, mit dem sich David O’Brien und Andreas Gruber an den Regierungschef wenden, betrifft die Parkgebühren am Flughafen Wien-Schwechat. Diese fallen für alle Nutzer auch während der Einschränkungen, die sich aufgrund der Corona-Pandemie ergeben haben, an. Das Schreiben öffnet Raum zur Interpretation, dass der Airport möglicherweise keine „Corona-Sonderpreise“, sondern „Preis laut Tarifblatt“ verrechnet. Somit sind bislang für all jene Carrier, die aufgrund der Pandemie ihre Flugzeuge in Wien parken mussten, exorbitante Kosten angefallen. Hier appellieren die Lauda-Geschäftsführer an Bundeskanzler Sebastian Kurz, dass eine faire Lösung gefunden werden muss, da die heimischen Fluggesellschaften, so auch Lauda, aufgrund behördlicher Einschränkungen, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben haben, zur Einstellung ihrer Streckennetze und damit zum Parken gezwungen waren.

Ob und in welcher Form Bundeskanzler Sebastian Kurz auf den Brief der Lauda-Geschäftsleitung reagieren wird, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Das Schreiben wurde am Freitagnachmittag direkt an den Regierungschef geschickt.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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