Landwirtschaft importierte erneut Corona-Fall nach Österreich

Obwohl die heimischen Carrier Lauda, Level Europe, Austrian Airlines und Eurowings Europe Kapazitäten frei gehabt hätten, wurde die lettische Smartlynx mit der Durchführung beauftragt. 

Foto: Jan Gruber.

Zum zweiten Mal wurden Erntehelfer aus Osteuropa per Sonderflug nach Österreich geholt und zum zweiten Mal wurde ein positiver COVID-19-Fall eingeflogen. Dies zeigt neuerlich die Notwendigkeit, dass Testungen bereits vor dem Abflug im Heimatland durchgeführt werden sollten, um derartige Importe zu verhindern, aber auch die dringend benötigten Arbeitskräfte für die Landwirtschaft einsatzfähig halten zu können.

Die lettische Fluggesellschaft Smartlynx führte am Freitag einen Sonderflug von Kiew nach Linz durch. Insgesamt wurden 213 Erntehelfer im Auftrag der Landwirtschaft eingeflogen. Die Republik Österreich betrachtet derzeit die Ukraine hinsichtlich der Corona-Pandemie als Hochrisikogebiet und sprach auch ein Landeverbot für Passagierflüge aus diesem Land aus. Die Ukraine untersagt sowohl ankommende als auch abgehende Verbindungen. In beiden Ländern besteht aber die Möglichkeit, dass die Regierungen bilateral Sondergenehmigungen erteilen können. Eine solche wurde für den Erntehelfer-Flug erteilt.

Warum die COVID-19-Infektion nicht bereits in der Ukraine festgestellt wurde und der Erkrankte die Reise überhaupt antreten durfte, ist unklar. Jedenfalls führten die österreichischen Behörden entsprechende PCR-Tests bei jedem der 213 Erntehelfer durch. Ein Ukrainer wurde leider positiv getestet und umgehend unter Quarantäne gestellt. Auch weitere 19 Personen, deren Testergebnis zwar nicht positiv ist, diese sich jedoch im Flugzeug in der Nähe des Infizierten aufgehalten haben sollen, wurden vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Für die Kosten, die sich unmittelbar daraus ergeben, müssen die Betriebe, die die Arbeiter angefordert haben, aufkommen. Dies berichtet der ORF Oberösterreich.

Die von Smartlynx betriebenen Airbus A321 sind laut deren Firmenhomepage mit 220 Sitzen bestuhlt. Das bedeutet in weiterer Folge, dass der Abstand zwischen den Reihen sehr gering ist. Zum Vergleich: Die österreichische Level Europe setzt dieses Muster mit 210 Sitzen ein und hat gar nur 200 Sitze verbaut. Da an Bord der Smartlynx-Maschine 220 Sitze verfügbar waren und sich 213 Passagiere an Bord befanden, blieben lediglich sieben Sitze frei. Das bedeutet, dass man entgegen der Abstandsempfehlungen die Mittelsitze besetzt hat. Es ist darauf hinzuweisen, dass es weder in der Ukraine, noch in Österreich ein Gesetz zum Freihalten der Mittelsitze gibt, jedoch wird dies gelegentlich empfohlen, um die Abstände einhalten zu können.

Der Umstand, dass die heimischen Airlines Lauda, Level Europe, Eurowings Europe und Austrian Airlines über geeignetes Fluggerät verfügen und aufgrund des Corona-Groundings definitiv auch die Kapazitäten frei gehabt hätten, jedoch der Auftrag nach Lettland vergeben wurde, sorgt ebenfalls für Verwunderung in der Branche. Smartlynx flog mit dem A321 leer von Riga nach Kiew, anschließend mit den Erntehelfern nach Linz und danach wurde der Mittelstreckenjet wieder ferry in die lettische Hauptstadt überstellt. Bereits am 18. Mai 2020 soll der nächste Erntehelfer-Flug von Kiew nach Linz durchgeführt werden. Dem Vernehmen nach sollen auch dann die heimischen Airlines nicht zum Zug kommen.

Autor: Jan Gruber

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