Koffer vergessen: Kleines Missgeschick mit großen Folgen

Basel will Passagiere zu mehr Achtsamkeit sensibilisieren.

Foto: Pixabay.

An fast allen Flughäfen weltweit wird regelmäßig mit Lautsprecherdurchsagen „Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt“ in verschiedenen Sprachen darauf hingewiesen, dass Reisende ihre Koffer und/oder ihr Handgepäck stets bei sich haben sollten. Hintergrund ist, dass die Exekutive aus Sicherheitsgründen rasch einschreiten muss, wenn sich nicht sofort ein Besitzer eines „herrenlosen“ Koffers findet. Es könnte sich darin ja rein theoretisch gar eine Bombe befinden. Safety First lautet die Devise in der Luftfahrt.

Zum Glück stellt sich in so gut wie allen Fällen heraus, dass das Gepäckstück völlig harmlos ist und aufgrund eines unabsichtlichen Versehens schlichtweg „vergessen“ wurde. Dennoch kann und darf die Polizei hier keine Kompromisse machen. Ein übliches Prozedere ist, dass zunächst mittels Lautsprecher auf den unbeaufsichtigten Koffer hingewiesen wird und im Idealfall bemerkt der Besitzer sein Missgeschick und kann ihn rasch entgegennehmen. Gelegentlich bestehen die Beamten dann aus Sicherheitsgründen darauf, dass der Eigentümer des Koffers diesen kurz öffnet, um auf Nummer sicher zu gehen, dass keinerlei böse Absicht dahintersteckt. Vertrauen gut, Kontrolle besser, ist eben auch ein Grundsatz in der Luftfahrt.

Meldet sich jedoch binnen sehr kurzer Zeit niemand, so sperrt die Polizei im Regelfall aus Sicherheitsgründen den jeweiligen Terminalbereich oder bei kleineren Airports gar den gesamten Flughafen. Anschließend kommen fachkundige Beamte, oftmals auch speziell ausgebildete Polizeihunde, zum Einsatz, die jede Gefährdung hinsichtlich eines eventuell möglichen Sprengkörpers ausschließen müssen. Erst wenn jede Eventualität ohne jeden Zweifel von der Exekutive ausgeschlossen wurde, kann der Terminalbereich wieder freigegeben werden. Wie bereits erwähnt: Zum Glück stellt sich so gut wie immer heraus, dass es ein harmloser, versehentlich vergessener Koffer ist.

Der Flughafen Basel will aber nun gezielt darauf aufmerksam machen, dass so ein kleines Missgeschick ganz schön komplizierte Konsequenzen haben kann, denn in vielen Ländern müssen die Besitzer der Gepäckstücke zumindest für die Kosten des Polizeieinsatzes aufkommen. Da Basel nur ein Terminal hat, muss zumeist das komplette Gebäude gesperrt werden. Daraus resultieren dann auch Verspätungen. Gezielt will der schweizerisch-französische Airport nun Passagiere darauf aufmerksam machen, dass sie ihre Koffer und/oder ihr Handgepäck besser doch nicht vergessen sollten.

Autor: René Steuer
Redakteur
René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.

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