KLM startet erste "Schienenflug"-Verbindung

Eine tägliche Rotation zwischen Brüssel und Amsterdam wird künftig per Bahn durchgeführt.

Boeing 747-400 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die niederländische Fluggesellschaft KLM wird per 29. März 2020 eine ihrer fünf täglichen Verbindungen zwischen Amsterdam und Brüssel auf die Schiene verlagern. So will man erste Erfahrungen sammeln, um langfristig weitere Kurzstreckenflüge in Kooperation mit Thalys und NS Dutch Railways durch Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindungen ersetzen zu können. Die Grundvoraussetzung ist, dass das Produkt der aktuellen Kundenattraktivität entspricht, so KLM.

„Der kombinierte Verkehr mit Zügen und Flugzeugen bleibt ein komplexes und herausforderndes Geschäft. Geschwindigkeit ist nicht nur für den Zug selbst entscheidend, sondern auch für den Transferprozess am Flughafen. In beiden Bereichen wollen wir maximale Fortschritte erzielen. Die Reduzierung unserer Flugfrequenz von fünf auf vier Flüge pro Tag ist eine gute Möglichkeit, mehr Erfahrung mit Air & Rail-Diensten zu sammeln“, erklärt Firmenchef Pieter Elbers.

KLM hat regelmäßig erklärt, dass es den Ersatz von Kurzstreckenflügen durch „Schienenflüge“ befürwortet, sofern die Züge der Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und dem Komfort entsprechen, die Fluggäste bieten. Die Entscheidung, die Flugfrequenz auf der Strecke Brüssel-Schiphol in Kombination mit dem verbesserten Air & Rail-Produkt an Bord des Thalys von fünf auf vier Flüge pro Tag zu reduzieren, ist ein erster Schritt. KLM beabsichtigt, die Anzahl der Flüge zwischen Brüssel und Schiphol schrittweise zu verringern. Die Strecke Brüssel-Schiphol wird von Passagieren genutzt, die Anschlussflüge zu interkontinentalen Zielen am Flughafen Amsterdam Schiphol nehmen.

Die Lufthansa Group bietet innerdeutsch bereits seit vielen Jahren Zubringer auf der Schiene an. Beispielsweise wird die Route Stuttgart-Frankfurt überwiegend in ICE-Zügen der Deutschen Bahn AG durchgeführt. Diese tragen dabei eine Flugnummer und für Passagiere des Kranichs sind spezielle Bereiche reserviert. Auch der Check-In von Gepäck kann bereits am Stuttgarter Hauptbahnhof erfolgen. Die Tochtergesellschaft Austrian Airlines hat ein ähnliches Angebot auf der Westbahn-Strecke zwischen Salzburg bzw. Linz und Flughafen Wien. Ab der oberösterreichischen Landeshauptstadt wurden die Zubringerflüge mittlerweile gänzlich eingestellt. Als Ersatz dienen die Railjet-Züge, die eine Flugnummer tragen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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