Kapverden: Icelandair will Interkontinental-Hub aufbauen

Die isländische Airlinegruppe beteiligt sich an Cabo Verde Airlines und hat große Pläne.

Eine von drei Boeing 757-200, die derzeit für Cabo Verde Airlines unterwegs sind (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die beiden Inselgruppen trennen rund 5.000 Kilometer in Nord-Süd-Richtung - trotzdem hat sich ein starkes aviatisches Band zwischen Island und den Kapverden entwickelt. Die Icelandair Group beteiligt sich - nachdem man bereits seit 2017 zusammenarbeitet - maßgeblich an Cabo Verde Airlines. Dies geschieht über die Icelandair-Tochter Loftleidir Icelandic, die künftig über ihre 70-Prozent-Beteiligung Loftleidir Cabo Verde (die anderen 30 Prozent übernehmen andere Investoren) einen 51-Prozent-Anteil an Cabo Verde Airlines halten wird. Ein entsprechendes Angebot wurde bereits im November des Vorjahres unterbreitet und nun von den beteiligten Partnern abgesegnet.

Die kleine Cabo Verde Airlines möchte auf der Inselgruppe vor Westafrika offenbar etwas ähnliches aufbauen wie es Icelandair im hohen Norden gemacht hat: Sie soll zu einer "starken Hub and Spoke Airline" werden, wie es in einer Aussendung der Icelandair Group heißt. Auf den Kapverden will man ein Drehkreuz zwischen den Kontinenten aufbauen: "Cabo Verde Airlines wird von der Erfahrung und dem Wissen von Icelandair profitieren, die ein ähnliches Geschäftsmodell hat", heißt es in dem Statement weiter.

Bis sich die Kapverden zu einem ähnlichen Hub wie Island entwickeln, wird noch einige Zeit vergehen. Derzeit mangelt es bei der Airline - die früher als TACV unterwegs war - alleine schon an Fluggerät. Momentan besteht die Flotte lediglich aus einer eigenen (D4-CCF) und zwei von Icelandair gemieteten Boeing 757 (TF-FII, TF-FIJ). Damit fliegt Cabo Verde Airlines aber immerhin in die USA (Boston), in den Senegal (Dakar), nach Brasilien (Fortaleza, Recife und Salvador), Portugal (Lissabon) und Frankreich (Paris). Die Zusammenarbeit mit der Icelandair Group startete übrigens bereits 2017, als die Isländer Managementaufgaben übernahmen und Fluggerät zur Verfügung stellten.

Grundsätzlich macht das Konzept, einen Hub ähnlich wie Island aufzubauen, durchaus Sinn: Die Kapverden liegen strategisch günstig auf halbem Wege zwischen Südamerika und Europa. Aber auch Verkehre zwischen Nordamerika oder Europa und dem westlichen Afrika könnten wahrscheinlich funktionieren. Daneben positionieren sich die Kapverden auch immer stärker als Tourismusziel - auch dies würde der "neuen" Cabo Verde Airlines wohl einen gewissen Aufschwung verleihen.

Wie der genaue Plan der Icelandair Group für ihre neue Beteiligung aussieht, wurde bislang allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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