Kapitalerhöhung: Easyjet will sich frisches Geld beschaffen

Auch Sale-and-Leaseback-Deals sollen durchgeführt werden.

Airbus A320neo (Foto: Airbus).

Der britische Billigflieger Easyjet erzielte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust in der Höhe von 353 Millionen Pfund-Sterling. Stichtag ist der 31. März 2020, was zur Folge hat, dass die berichteten Zahlen vor den erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie erzielt wurden.

Der Umsatz konnte bis Ende März 2020 um 1,6 Prozent auf 2,382 Milliarden Pfund-Sterling gesteigert werden. Eine Prognose für das Gesamtjahr gab der Vorstand unter Hinweis auf die unklare Lage bezüglich der Corona-Pandemie nicht ab. Weiters wird eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Dazu gibt Easyjet neue Stammaktien von je 27 2/7 Pence heraus. Insgesamt werden knapp unter 15 Prozent des bestehenden Kapitals angeboten. Mit dieser Maßnahme will sich der orangefarbene Billigflieger rund 400 bis 500 Millionen Pfund-Sterling auf dem Finanzmarkt beschaffen. Die Mittel sollen zur Stützung des Konzerns verwendet werden. Am 14. Juli 2020 soll die Hauptversammlung über diesen Schritt entscheiden.

Weiters will Easyjet die Finanzlage durch Sale-and-Leaseback-Geschäfte verbessern. Insgesamt will Easyjet 15 Maschinen mittels Sale-and-Leaseback zu Geld machen. Dabei handelt es sich um zwei A321neo, drei A320neo, drei A320ceo und sieben A319ceo. Hierfür wurden bereits verbindliche Verträge mit SMBC Aviation, JP Lease und Aero Capital Solutions abgeschlossen. Das Volumen wird seitens des Carriers mit 301 Millionen Pfund-Sterling beziffert. Insgesamt sollen die Deals bis zu 560 Millionen Pfund-Sterling in die Kasse spülen. Für weitere acht Airbus A320neo werden derzeit Verhandlungen geführt, die ebenfalls zu einem Verkauf oder Sale-and-Leaseback führen sollen.

Mit Stand 31. März 2020 bestand die Flotte von Easyjet aus 337 Flugzeugen. Davon befanden sich 230 in unbelastetem Firmeneigentum. Das entsprach rund 69 Prozent der konzernweiten Flotte. Durch verschiedene Finanzierungsmaßnahmen reduziert sich der Anteil der unbelasteten Airbus-Maschinen auf 50 Prozent. Der Konzern will durch die Kombination aller Maßnahmen die Liquidität von etwa 2,4 Milliarden Pfund-Sterling auf drei Milliarden Pfund-Sterling steigern.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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