Italien: Nur Wizz reduziert, Mitbewerber jedoch nicht

Lauda, Austrian Airlines, Easyjet und Vueling planen derzeit keine Kürzungen oder gar Einstellungen im Verkehr zwischen Österreich und Italien.

Foto: Thomas Ramgraber.

Während die Fluggesellschaft Wizzair den Flugverkehr zwischen Österreich und italienischen Destinationen signifikant reduzieren wird, plant der Mitbewerb zumindest mit Stand Donnerstagabend keinerlei Reduktionen. Der ungarische Billigflieger erklärte in einer Aussendung, dass die Nachfrage im Italienverkehr aufgrund der Corona-Krise regelrecht eingebrochen ist.

Damit konfrontiert sagte ein Sprecher von Austrian Airlines, dass man derzeit keine Anpassungen im Italien-Verkehr plant. Eine Medienreferentin der Fluggesellschaft Lauda erklärte gegenüber AviationNetOnline: „Die Ausbreitung des Corona Virus hat vorerst keine Auswirkung auf unseren Flugplan, es ist aktuell nicht geplant unseren Flugplan zu adaptieren.“ Auch Easyjet und Vueling haben derzeit nicht vor die Frequenzen zu reduzieren oder gar Routen einzustellen.

Kostenfreie Umbuchungen für bestehende Buchungen zu jenen Airports, die sich nahe der Krisenregionen in Italien befinden, bietet derzeit nur die Lufthansa Group, der auch Austrian Airlines angehört, an. Die Mitbewerber Easyjet, Vueling, Lauda und Wizzair betonten mehrfach, dass man keine Kulanzlösungen anbieten wird. Das kann zur Folge haben, dass Reisende, die ihre gebuchten Italien-Flüge nicht antreten wollen, im Extremfall überhaupt nichts zurückbekommen, denn Easyjet, Lauda und Wizzair weisen auf den Rechnungen keine Taxen aus und erstatten diese auch nicht. Selbstverständlich hat man als Passagier dennoch das Recht auf einen Tax-Refund, dieser muss jedoch bei diesen Anbietern mühsam vor Gericht eingeklagt werden. Austrian Airlines und Vueling führen die Erstattung von Steuern und Gebühren ungenutzter Flugtickets weitgehend unkompliziert durch.

Im Zusammenhang mit den temporären Flugplankürzungen bei Wizzair führt dies noch zu einem durchaus absurden und alles andere als kundenfreundlichen Umstand: Ist der Flug vom Streichkonzert des ungarischen Carriers betroffen, so kann beispielsweise Geld zurück gewählt werden. Ist dies aber nicht der Fall und der Passagier möchte aufgrund der Corona-Krise doch nicht nach Italien fliegen, gibt es überhaupt nichts zurück. In einer besonderen Zwickmühle sind Reisende, deren Wizzair-Flug gestrichen wird, jedoch aus welchen Gründen auch immer dennoch nach Italien wie gebucht müssen. Wizzair weigert sich unter Missachtung eines Urteils des Obersten Gerichtshofs kostenfrei auf andere Airlines umzubuchen. Lediglich auf eigene Verbindungen, Erstattung auf das Zahlungsmittel oder mit 20-prozentigem Zuschlag als Gutschrift auf das Kundenkonto. Diese Vorgehensweise ist unzulässig, jedoch wird sie von Wizzair praktiziert.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    National Airlines / N952CA
    Atlantic Airways / OY-RCK
    Danish Air Transport / OY-RUE
    LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter / D-ABQA
    British Airways / G-EUPJ
    Windrose Airlines / UR-DNT
    Jet2.com / G-JZHY

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann