Italien gründet neue Staatsairline

Medien: Assets der Alitalia sollen eingebracht werden.

(Foto: Pixabay)

Seit acht Jahren schreibt Alitalia rote Zahlen, nun unternimmt die Regierung in Rom offenbar einen neuen Versuch, den strauchelnden Carrier zu retten – indem die Pleite-Airline in einer neuen aufgeht. Wie Wirtschafts- und Finanzminister Roberto Gualtieri mitteilt, sei ein Verfassungsdekret für den Luftverkehr unterzeichnet worden: "Heute wird die neue nationale Fluggesellschaft in klarer Diskontinuität mit der Vergangenheit geboren, die auf dem europäischen und internationalen Markt eine führende Rolle spielen muss."  

Über den Namen der neuen Airline herrscht noch Verwirrung: Verkehrsministerin Paola de Micheli sprach auf Facebook von "ITAliana" – ein "Industriebetrieb im Dienste des Landes", der den Tourismus beleben solle. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa sprach von "Italia Trasporto Aereo" als Namen der Neugründung – abgekürzt ebenfalls "ITA". 

Offenbar wenig Eigenkapital
Unklarheit herrscht zudem noch über die Kapitalstruktur des neuen Flagcarriers. Die Finanzzeitung "Sole 24 Ore" berichtet unter Berufung auf das Dekret, das vier Minister unterzeichnet hätten, dass die Airline nur ein geringes Eigenkapital aufweisen soll. Stattdessen sei geplant, bei der EU-Kommission zu beantragen, dass Assets der Alitalia überführt werden sollen, berichtet Ansa. Der Staat hatte der notleidenden Alitalia im Zuge der Corona-Hilfen gut drei Milliarden Euro Unterstützung zugesichert. 

Das deckt sich mit Informationen von "Sole 24 Ore", wonach das Unternehmen "noch nicht operativ" tätig werden soll. Vielmehr sollte die seit 2017 insolvente Alitalia in der "ITA" aufgehen. Eine Reduktion der jetzigen Alitalia-Flotte sei nicht auszuschließen. Alles vorbehaltlich der Brüsseler Genehmigung. 

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als freier Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet hauptsächlichh über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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