Innsbruck: Landwirtschaft importierte COVID-19-Fall per Charterflug

Einer der Erntehelfer wurde nach seiner Ankunft in Tirol positiv auf das Corona-Virus getestet.

Mit der OE-LOR wurde ein Charterflug im Auftrag der Landwirtschaft von Cluj nach Innsbruck durchgeführt (Foto: Daniel Liebl).

Am Mittwoch wurden insgesamt 143 Erntehelfer aus Rumänien nach Innsbruck eingeflogen. Der von Lauda im Auftrag der Standesvertretung landwirtschaftlicher Betriebe durchgeführte Charterflug, sollte eigentlich Bauern in Tirol und Kärnten helfende Hände für ihre Ernten bringen. Doch daraus wird zumindest vorläufig nichts, denn einer der Einreisenden wurde durch die österreichische Gesundheitsbehörde positiv auf COVID-19 getestet.

Hierzu ist festzuhalten, dass bei der Einreise verpflichtende Testungen durchgeführt wurden. Bei einem Arbeiter war das Ergebnis leider positiv. Laut einem Bericht der Tiroler Krone soll es sich um einen 46-Jährigen, der „kaum Symptome“ gezeigt haben soll, handeln. Dieser wurde umgehend in einer anderen Unterkunft isoliert. Auch wurden vorsorglich jene Personen, die in der selben Reihe und jeweils zwei Reihen davor und dahinter gesessen haben, unter Quarantäne gestellt. Für die Kosten muss offiziellen Angaben nach jener Betrieb, der den Arbeiter angefordert hat, aufkommen. Neben dem Infizierten wurden also weitere 19 Erntehelfer isoliert.

Die Fluggesellschaft Lauda trifft in diesem Zusammenhang kein Verschulden, da diese lediglich als Beförderungsunternehmen auf dem von den zuständigen Behörden genehmigten Charterflug von Cluj nach Innsbruck fungierte. Auch wurden die jüngsten Sicherheitsauflagen der Republik Österreich, beispielsweise Maskenpflicht in der Kabine, eingehalten.

Dieser „COVID-19-Import“ zeigt allerdings eindrucksvoll auf, dass die Luftfahrtbranche vor einem sehr großen Problem steht, denn derartige „Importe“ könnten die europäischen Staaten noch länger von der Freigabe der Grenzen und damit auch der Verkehrswege abhalten. Fraglich erscheint in diesem Zusammenhang auch warum nicht bereits in Rumänien Testungen durchgeführt wurden, denn so hätte vermieden werden können, dass der Infizierte überhaupt den Flug nach Österreich hätte antreten können.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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