In letzter Minute: Regierung verlängert Landeverbote

Vorerst sind bis 22. Mai 2020 keine regulären Passagierflüge aus China, dem Iran, Italien, der Schweiz, Frankreich, Spanien, dem Vereinigte Königreich, den Niederlanden, Russland und der Ukraine nach Österreich erlaubt.

Das Bundesgesetzblatt zur 196. Verordnung des Gesundheitsministeriums wurde erst knapp vor Inkrafttreten veröffentlicht.

Viel mehr als die berühmten "fünf Minuten vor Zwölf" waren es nicht, als die österreichische Bundesregierung am 30. April das Update ihrer Verordnung für Flug- und Zugsreisen nach Österreich veröffentlicht hat. Gegenüber der Vorgängerversion haben sich bei dieser nun seit 1. Mai 2020 gültigen Fassungein ein paar Dinge geändert: So besteht die "Schwarze Liste" nur noch aus zehn Ländern - Korea wurde gestrichen. Damit sind (theoretisch) auch wieder reguläre Passagierbeförderungen aus dem ostasiatischen Land nach Österreich erlaubt. Weiterhin auf der Liste stehen China, der Iran, Italien, die Schweiz, Frankreich, Spanien, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Russland und die Ukraine.

Ebenfalls neu ist, dass der Transport von zwei speziell benötigten Berufsgruppen erlaubt wird: So sind nun unter Einhaltung diverser Vorgaben "Flüge zum Transport von Saisonarbeitskräften im Wirtschaftszweig Land- und Forstwirtschaft sowie Pflege- und Gesundheitspersonal" gestattet. Entgegen bisheriger Informationen aus dem Gesundheitsministerium wurde die neue Verordnung nicht bis 31. sondern nur bis 22. Mai 2020 verlängert. Die entsprechenden NOTAM wurden am Donnerstagabend aktualisiert.

Die NOTAM wurde erst am 30. April 2020 um 19:00 herausgegeben (Screenshot: FAA).

Hauptbetroffener dieser Reisebeschränkungen ist Wizz Air, die mit 1. Mai beginnt, ab Wien wieder ein Programm mit vorerst 20 Destinationen aufzubauen. Das Problem dabei ist, dass sieben dieser Ziele in Regionen liegen, aus denen in den nächsten drei Wochen keine regulären Passagierflüge nach Österreich durchgeführt werden dürfen - konkret handelt es sich um Charkiw und Kiew (Ukraine), Eindhoven (Niederlande), Mailand und Rom (Italien), Teneriffa und Valencia (Spanien).

Aber vielleicht nimmt sich Wizz Air auch ein Beispiel an KLM: Die niederländische Airline befördert auch in Zeiten des Landeverbotes Passagiere von Amsterdam nach Wien - und definiert diese Verbindungen als Repatriierungsflüge. "KLM fliegt nicht nur österreichische Staatsbürger nach Hause, sondern auch andere Staatsbürger, hauptsächlich aus der Slowakei, Ungarn und Slowenien", erklärte eine KLM-Sprecherin gegenüber AviationNetOnline. Das Flugpaar KL1846/47 wird derzeit mehrmals wöchentlich mit der Embraer 190 angeboten und kann regulär gebucht werden.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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